Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert

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Zweiter Teil : 4.7 (2)

Daran, daß die Medien in der Medienschule in Rama in leichten Unterkleidern dasaßen oder nach der Sitte der damaligen Zeit dalagen, dürft ihr euch nicht stoßen. Auch heute nehmen die Medien inmöglichst leichter Kleidung an den Sitzungen teil. Denn es muß vermieden werden, daß sich bei ihnen eine große Wärme entwickelt, weil die Wärme, wie du weißt, auf die Odverdichtung ungünstigeinwirkt und sie erschwert. Aus diesem Grund lag auch Saul in seinen Unterkleidern da. Wenn gesagt ist, daß er einen Tag und eine Nacht so zugebracht hat, so soll damit nicht ausgedrückt werden, daß er während dieser ganzen Zeit in ‚Trance‘ war.

Er wurde deshalb so lange dort festgehalten, weil es der letzte Versuch der guten Geisterwelt war, Saul wieder zu seinem Gott zurückzuführen. Er war ja infolge seines Ungehorsams von Gott abgefallen. Mit der guten Geisterwelt stand er nicht mehr in Verbindung, sondern ein böser Geist beherrschte ihn. Er war ja an diesem Tage nach Rama gekommen, um David gefangenzunehmen und zu töten. Das alles wurde ihm nun als letzter Ruf Gottes durch die Geister Gottes, die durch die anwesenden Medien sprachen, in den mannigfachsten Kundgebungen vorgehalten. Samuel selbst bemühte sich, den von ihm gesalbten ersten König durch eindringliche Mahnung vor dem drohenden Verderben zu retten. Denselben Zweck verfolgte Samuel mit den verschiedenen Gottesdiensten, die er im Beisein des Saul hielt und von denen in eurem biblischen Bericht nichts erwähnt wird. Er wollte das Herz des Königs rühren und zur Umkehr bewegen.

Der Gottesdienst war überhaupt das Wichtigste in den ‚Medienschulen‘.

Die angehenden Medien oder ‚Prophetenschüler‘, wie sie damals genannt wurden, sollten in ihrer ganzen inneren Einstellung mit Gott in innige Verbindung gebracht werden. Unerschütterlicher Gottesglaube und tiefes Gottvertrauen sollten die Grundlage bilden, auf der sich die medialen Fähigkeiten der Schüler entwickelten. So sollten sie befähigt werden, als würdige Werkzeuge Gottesund seiner Geisterwelt ihren Mitmenschen zu dienen.

Denn die Gefahren, die den Medien damals drohten, waren dieselben wie heute.

Die größte Gefahr bildete, wie es zu allen Zeiten der Fall ist, auch damals die Sucht nach Ehre undnach Geld. Die Medien standen in hohem Ansehen. Nicht bloß die weltlichen Herrscher waren bemüht, sie in großer Anzahl um sich zu haben, sondern auch die einzelnen wohlhabenden Familien hielten sich ein Medium zum Befragen des Jenseits und nannten es ‚Priester‘. Man gab ihnen reiche Geschenke und den gesamten Lebensunterhalt. Es waren meistens Medien, die ihr heute‚Planchettemedien‘ nennen würdet. Sie benutzten zum Befragen der Geisterwelt das ‚Orakelschild‘, eine Nachbildung des Orakelschildes im Offenbarungszelt.

Das Gesagte wir dir bestätigt durch einen Bericht im Buche der Richter. Da wird geschildert, wie ein Mann mit Namen Micha das der Mutter entwendete Geld an sie zurückgab. Diese ließ von einem Teil des Geldes ein ‚geschnitztes und ein gegossenes Gottesbild‘ anfertigen, das im Hause Michas aufgestellt wurde. Er stellte einen seiner Söhne an, um ihm dabei als ‚Priester‘ zu dienen. Er gewann aber auch noch einen Leviten aus Bethlehem zu diesem Zweck und sagte zu ihm:

Richter 17: ‚Bleibe bei mir und sei mir Vater und Priester, so will ich dir jährlich zehn Schekel Silber geben und für Kleidung und deinen Lebensunterhalt aufkommen. Als er dann dem Leviten weiter zuredete, erklärte dieser sich einverstanden.‘

Was in eurer Übersetzung als ein ‚geschnitztes und gegossenes Gottesbild‘ bezeichnet wird, waren die beiden Teile der ‚Planchette‘.

Es ist menschlich zu verstehen, daß die Medien sich die Gunst derer zu erhalten suchten, bei denen sie lebten. Aber darin lag die große Gefahr. In dem Bestreben, dem Brotherrn nur Angenehmes zu sagen, schreckten sie bisweilen nicht davor zurück, die ihnen unangenehm gewordene Wahrheit zu verheimlichen und die Unwahrheit an ihre Stelle zu setzen. So wurden sie zu ‚Lügenpropheten‘. Damit schieden sie aus der Verbindung mit der guten Geisterwelt aus und wurden Werkzeuge des Bösen, wenn sie auch zum Schein noch den Namen Gottes bei ihrer medialen Betätigung im Munde führten.

Besonders die Medien, die im Dienste der weltlichen Gewalthaber standen, fielen leicht dieser Versuchung zum Opfer, wie dir die Geschichte des Königs Ahab zeigt (1. Könige 22). Dort vereinbarten 400 Medien, dem König nur Angenehmes zu sagen. Eine solche Vereinbarung entsprang ihrer eigenen schlechten Gesinnung. Damit schlossen sie sich aber auch von der Verbindung mit den Geistern der Wahrheit aus und wußten, daß sie sich zu Werkzeugen von Lügengeistern machten. Sie mußten daher fürchten, daß sie als ‚Lügenpropheten‘ entlarvt würden, wenn der König ein Medium des Guten befragen würde. Als daher der König den Propheten Micha, der ein Medium der gutenGeisterwelt war, zur Befragung kommen ließ, versuchten sie ihn durch einen Boten zu überreden, ebenfalls nur Angenehmes dem König zu sagen. Dieser kündete jedoch dem König seinen Untergang, wie es ihm der Geist Gottes geoffenbart hatte. Da gab ihm einer der anwesenden Lügenpropheten einen Backenstreich mit den Worten: ‚Wie? Ist etwa der Geist des Herrn von mir gewichen, um mit dir zu reden?‘ –

Hier siehst du die ganze Verworfenheit eines Prophetentums, das aus Ehr- und Geldsucht sich der Lüge und dem Betrug hingibt und doch den Schein erweckt, als ob es ein Werkzeug Gottes wäre. Seine medialen Kundgebungen gehen von Lügengeistern aus. Das weiß jenes Prophetentum. Und seine schlechte Gesinnung sucht Mittel und Wege, jene Lügen zu verdecken.

Ein solches Medientum mußte unter dem Einfluß gottentfremdeter Könige auch zum Unheil für das ganze Volk werden, sobald es sich offen auf die Seite des ausgesprochenen Götzendienstes stellte. ‚Propheten des Baal‘ wurden sie dann genannt. Ihre Zahl war außerordentlich groß. Manchmal gab es fast keine Medien des Guten mehr. So heißt es von der Zeit des Hohen Priesters Eli:

 

 

1. Samuel 3, 1: ‚In der Zeit, wo der junge Samuel den Dienst des Herrn unter Elis Aufsicht versah, waren Offenbarungen des Herrn in Israel etwas Seltenes‘

 

 

Auf dem Berg Karmel stand der Prophet Elia als einziger ‚Prophet Gottes‘ den 450 Propheten Baals und den 400 Propheten der Aschera gegenüber.

Daß sich auch in den alten Zeiten die Medien durch irdische Vorteile verleiten ließen, ihre mediale Gabe zu mißbrauchen, geht aus den Worten hervor, die Gott durch den Propheten aussprechen ließ:

Micha 3, 5: ‚So hat der Herr wider die Propheten gesprochen, die mein Volk irreführen, die Glück verkünden, wenn ihre Zähne etwas zu beißen haben, aber gegen den, der ihnen nichts für ihren Mund gibt, den heiligen Krieg predigen.‘

Micha 3, 11: ‚Ihre Propheten wahrsagen für Geld, und dabei berufen sie sich auf den Herrn.‘

Ihr dürft nicht glauben, daß die Menschen der damaligen Zeit alle Phänomene, die durch die Medien hervorgebracht wurden, ohne weiteres als echt hinnahmen. Sie waren den Medien gegenüber genauso mißtrauisch, wie ihr es heute seid. Sie rechneten damit, daß sie das Opfer von Betrügereien werden könnten. Sie fesselten die Medien, um sicher zu sein, daß sie nicht durch Taschenspielerkünste ihnen etwas vorgaukelten. Darum hatten die privaten Medien, die einen Broterwerb aus der medialen Gabe machten, in ihren Häusern geeignete Binden für Kopf, Hände und Füße bereit. Damit ließen sie sich von den Besuchern festbinden. Wenn dann doch Erscheinungen erfolgten, die nur von Geistwesen herrühren konnten und auch tatsächlich herrührten, so machte dies auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck, und sie wurden für diesen Geisterverkehr gewonnen. Da es aber keine guten Geister waren, die sich solcher Medien als Werkzeuge bedienten, verfielen die Teilnehmer an derartigen Veranstaltungen nach und nach dem Bösen. Die Lehren, die ihnen die bösen Geistwesen durch die Medien gaben, drängten sie vom wahren Gott ab und verleiteten sie zu den schändlichsten Lastern. Besonders waren es die weiblichen ‚Medien‘, die großen Zulauf hatten. Gegen sie richtet sich eine Drohung Gottes bei dem Propheten Hesekiel:

Hesekiel 13, 17 ff.: ‚Du aber, Menschensohn, tritt gegen die Töchter deines Volkes auf, die sich nach eigenem Gutdünken als ‚Prophetinnen‘ gebärden; sprich dich gegen sie aus und sage: So hat Gott der Herr gesprochen: Wehe den Weibern, die da Binden zusammennähen für alle Handgelenke und Kapuzen in geeigneter Größe anfertigen, um Seelen zu fangen; Seelen fangt ihr mir weg. Ihr entheiligt mich bei meinem Volk um ein paar Hände voll Gerste und um einige Bissen Brot, um Seelen zu töten, die nicht sterben sollten, indem ihr mein Volk belügt, das gern auf Lügen hört.‘

Die Art der Ausbildung der Medien in den Medienschulen der biblischen Zeiten wird in den Urkunden der Heiligen Schriften nicht näher beschrieben. Sie bestand zunächst darin, daß die mediale Veranlagung der Schüler geprüft wurde. Schon nach kurzer Zeit stellte es sich heraus, bei wem diese Veranlagung vorhanden war. Wer sich nicht eignete, wurde entlassen.

Aber auch diejenigen, die eine große mediale Begabung aufwiesen, wurden nur dann als Schüler behalten, wenn ihre Charaktereigenschaften eine Ausübung des Medienberufes im Dienste des Guten und Göttlichen verbürgten. Darauf legten die Leiter der guten Medienschulen den Hauptwert, während in den Medienschulen der Götzenpriester nur die mediale Kraft eines Schülers in Frage kam.

Es war damals derselbe Unterschied in der Ausbildung der Medien vorhanden, den ihr in der jetzigen Zeit feststellen könnt.

Du selbst hast die Ausbildung einiger Medien mit eigenen Augen angesehen. Du hast die Zusammenkünfte selbst veranlaßt und geleitet, in denen sich die Ausbildung vollzog. Diese Zusammenkünfte gestaltetest du als Gottesdienste und gabst dir Mühe, dich und die Teilnehmer Gott näherzubringen. Ihr stelltet euch unter den Schutz Gottes. Mit Gebet und Lobpreis Gottes habt ihr die Stunde begonnen und geschlossen. Das in den Heiligen Schriften niedergelegte Wort Gottes war eure Lesung. Ihr strebtet nur nach dem Guten und wolltet, wenn es der Wille Gottes sein sollte, brauchbare Werkzeuge des Guten werden.

Auf diese Weise versuchte man auch bei den gottesgläubigen Israeliten die Medien auszubilden.

Im Gegensatz hierzu müßtest du dir den Betrieb in den meisten der heutigen ’spiritistischen Sitzungen‘ ansehen können. Von Gott, einem Lobpreis Gottes ist dabei meistens nicht die Rede. Man kommt zusammen, um etwas Außergewöhnliches und Nervenerregendes zu erleben. Durch wen es verursacht wird, ob durch gute Geistwesen oder durch böse, ist nebensächlich. Zudem glauben sehr viele überhaupt nicht daran, daß die Phänomene eine Wirkung der Geisterwelt seien. Man sucht sie‚menschlich‘ zu erklären. Damit in der einzige Zweck, den die gute Geisterwelt durch ihre Verbindung mit den Menschen erreichen will, nämlich den Menschen seinem Gott näherzubringen, von vornherein unmöglich gemacht.

Dieser Art waren auch die Zusammenkünfte, in denen die ‚Medien Baals‘ ausgebildet wurden. Zwar wußte man damals, daß es sich um den Verkehr mit der Geisterwelt handelte. Aber allen, die sich an dem niedrigen Spiritismus beteiligten, war es bloß darum zu tun, etwas auf diesem Wege zu erleben und zu erfahren, was ihr rein irdisches Tun und Streben befriedigte. Das jenseitige Schicksal lag ihnen fern, ebenso fern, wie den meisten Menschen des jetzigen Zeitalters. Daher hatten sie auch kein Interesse daran, daß die Medien bei ihrer Ausbildung für das Hohe und Göttliche vorbereitet wurden.

Die Medienschulen der Götzenpriester werden in der Bibel nicht näher erwähnt, weil die Ausbildung der ‚Medien des Baal‘ sich in den allgemeinen Versammlungen vollzog, die zum Zwecke des Götzendienstes abgehalten wurden. Zur Erreichung des Schlechten bedarf es keiner besonderen Ausbildung. Das stellt sich von selbst ein. Denn ‚der Mensch ist zum Bösen geneigt von Jugend an‘.

Aber wer das Gute und Gottgewollte erlangen will, wird es nur nach großen Anstrengungen und schweren Kämpfen erreichen. Dazu bedarf es einer besonderen Vorbereitung. Diese war daher bei den Medien erforderlich, die sich entschlossen, nur als Werkzeug des Göttlichen dienen zu wollen. Sie wurden in den ‚Prophetenschulen‘ ausgebildet, die in der Bibel erwähnt sind; sie hatten Gottesmänner, wie einen Samuel, Elia und Elisa, als Lehrer und geistliche Führer.

In den Zeiten, wo große und gottbegnadete Männer an der Spitze solcher ‚Medienschulen‘ standen, wie zu den Zeiten des Samuel, des Elia und des Elisa, war der Andrang zu diesen Schulen sehr groß. Denn die gottgläubigen Familien betrachteten es als besonderes Geschenk Gottes, wenn eines ihrer Kinder die mediale Gabe besaß und sie unter Leitung jener Männer ausbilden konnte.

Zur Zeit des Elia und des Elisa gab es in jedem größeren Ort eine Medienschule. So in Rama, Gilgal, Bethel, Jericho und anderen Orten. Die Prophetenschüler des Elisa waren so zahlreich, daß der Raum, in dem sie zusammenkamen, nicht mehr ausreichte. Darum sagten sie eines Tages zu Elisa:

2. Könige 6, 1-2: ‚Sieh doch, der Raum, wo wir hier beim Unterricht vor dir sitzen, ist zu eng für uns. Wir sollen daher an den Jordan gehen und ein jeder von uns einen Balken holen, damit wir uns dort einen Raum herrichten, wo wir wohnen können. Er antwortete: Ja, gehet hin!‘


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