Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert

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Zweiter Teil : 4.4.8

Die Gabe des Hellsehens und Hellhörens

Eure Gelehrten rechnen zu den Medien auch diejenigen, welche die Gabe des ‚Hellsehens‘ und‚Hellhörens‘ besitzen. Das ist nicht richtig. Zwar haben die Hellsehenden, Hellhörenden und Hellempfindenden mediale Kräfte; aber wirkliche Medien sind sie nicht. Bei ihnen ist es ja dereigene Geist, der tätig ist, der sieht und hört, während bei den eigentlichen ‚Medien‘ ein fremdesGeistwesen wirksam und der eigene Geist ausgeschaltet ist.

Die Gabe des ‚Hellsehens‘ und ‚Hellhörens‘ befähigen den Geist des Menschen zwar, die ihn umgebenden Geister zu sehen und zu hören, aber der Hellseher ist kein Werkzeug dieser Geister und gehört deshalb nicht zu den ‚Medien‘.

Der Geist des Hellsehenden, Hellhörenden, Hellriechenden, Hellschmeckenden, Hellempfindenden empfängt diese Fähigkeiten lediglich dadurch, daß er sich von seinem Körper mehr oder weniger zulösen imstande ist. Der vom Körper gelöste und teilweise aus dem Körper austretende Geist ist dadurch nicht mehr an die körperlichen Sinne gebunden. Er hat die Kräfte und Eigenschaften des körperlosen Geistes. Er sieht, hört empfindet nach der Art der Geister des Jenseits, je nach der Vollkommenheit der Loslösung von seinem Körper und der Feinheit des ihn umgebenden Ods.

Die Reinheit des Ods spielt bei den ‚Hellsehern‘ eine große Rolle. Denn durch ein unreines Glas kann man nicht deutlich sehen.

Aus demselben Grunde sind auch die Geister des Jenseits, je nach der Beschaffenheit ihres Odkörpers, in ihren geistigen Fähigkeiten sehr verschieden. Die einen von ihnen sehen, hören und empfinden, was die anderen Geister nicht wahrnehmen können.

Dasselbe ist der Fall bei den mit den Gaben des Hellsehens, Hellhörens und Hellempfindens ausge­statteten Menschen. Auch bei ihnen sind diese Gaben in zahllosen Abstufungen, von der unvollkommensten bis zur höchsten Stufe vorhanden.

Die einen empfinden bloß die Nähe der sie umgebenden Geister und deren Einwirkungen auf sie. Aber die Geister selbst sehen und hören sie nicht.

Wieder andere sehen die Geister, aber hören sie nicht.

Wieder andere sehen sie und hören auch ihre Worte und vermögen die einzelnen Geister in ihrem Wesen zu unterscheiden.

Die vielen Irrtümer, die euren Hellsehern bei ihren Angaben unterlaufen, sind daraus zu erklären, daß bei den meisten die Gabe sehr unvollkommen vorhanden ist. Das Hellsehen findet ihr oft in den Büchern des Alten und des Neuen Testamentes. Von dem Erzvater Jakob wird berichtet:

1. Mose 32, 1-2:  ‚Als Jakob seines Weges zog, begegneten ihm ‚Engel Gottes‘. Sobald Jakob sie erblickte, sagte er: Hier ist das Heerlager Gottes‘.

Als zur Zeit Davids ein Engel Gottes die Pest als Strafgericht über das Volk Israel verhängte, dasah David diesen Engel:

2. Samuel 24, 16 ff:    ‚Der Engel des Herrn war aber gerade bei der Tenne des Jebusiters Arawna angekommen. Als nun David den Engel sah, der das Sterben unter dem Volke anrichtete, rief er zum Herrn betend aus: Ach, ich bin’s ja, der gesündigt hat, und ich habe mich vergangen. Diese Herde aber – was hat die verschuldet?‘

Der Prophet Elisa hatte die Gabe des Hellsehens. Von ihm erzählt das Buch der Könige, daß er hellsehend wahrnahm, wie sein Diener Gehasi dem geheilten Hauptmann Naemann nachlief und sich von ihm unter falschen Vorspiegelungen Geschenke für Elisa erbat. Als er sie zur persönlichen Verwendung in seinem Hause verborgen hatte und vor Elisa trat, fragte ihn dieser:

2. Könige 5, 20 ff:   ‚Woher kommst du, Gehasi?‘ – Er antwortete: ‚Ich bin überhaupt nicht ausgewesen.‘ Da sagte Elisa zu ihm: ‚Bin ich nicht im Geiste mit dir gegangen, als sich jemand von seinem Wagen aus nach dir umwandte? Ist es jetzt an der Zeit, Geld und Kleidungsstücke anzunehmen und Gärten und Weinberge, Kleinvieh und Rinder, Knechte und Mägde dafür zu erwerben?‘

Elisa sah auch das Schicksal des Hasael hellsehend voraus. Darüber berichtet dasselbe Buch der Könige:

2. Könige 8, 11 ff:   ‚Elisa starrte unverwandt vor sich hin und war aufs äußerste entsetzt und brach dann in Tränen aus. Als Hasael ihn nun fragte: ‚Warum weint mein Herr?‘, antwortete er: ‚Weil ich weiß, wieviel Unheil du den Israeliten zufügen wirst. Ihre festen Städte wirst du in Brand stecken, ihre jungen Männer mit dem Schwerte töten, ihre Säuglinge zerschmettern und ihren schwangeren Frauen den Leib aufschlitzen. Denn Gott der Herr hat dich mir als König über Syrien gezeigt.‘

Hellsehend schauten die großen Propheten sowohl die zu ihnen gesandten Geister als auch die Schicksale der Menschheit, Völker und Einzelpersonen. Sie wurden ihnen von der Geisterwelt meistens in Symbolen kundgetan. Mit dem ‚Hellsehen‘ war bei ihnen auch das ‚Hellhören‘ verbunden. Als Beispiel dafür lies einmal das Buch Daniel nach, besonders die Stellen, wo von der Erscheinung des Erzengels Gabriel berichtet wird:

Daniel 9, 21: ‚Während ich noch mein Gebet verrichtete, da kam Gabriel, den ich im ersten Gesicht gesehen hatte, in Gestalt eines Menschen eilends auf mich zu um die Zeit des Abendopfers. Er wollte mir Aufklärung geben und redete mich mit den Worten an: ‚Daniel, jetzt bin ich hergekommen, um dir zum richtigen Verständnis zu helfen. Als du zu beten begannest, erging ein Gotteswort, und ich bin gekommen, es dir zu verkünden; denn du bist ein besonders geliebter Mann. So achte nun auf das Wort, damit du die Offenbarung genau verstehst.‘

Daniel 10, 4-10:  ‚Am vierundzwanzigsten Tage des ersten Monats befand ich mich am Ufer des Tigris, und als ich dort meine Augen erhob und Umschau hielt, sah ich da einen Menschen stehen, der in Linnen gekleidet war und um die Hüften eine Gürtel von Uphasgold trug. Sein Leib war wie Chrysolith, sein Gesicht leuchtete wie Blitzesschein und seine Augen brannten wie Feuerfackeln; seine Arme und Beine funkelten wie poliertes Erz; und wenn er redete, klang seine Stimme wie das Tosen einer Volksmenge.

Ich, Daniel, war der einzige, der die Erscheinung sah, während die Männer, die bei mir waren, die Erscheinung nicht sahen; doch befiel sie ein solcher Schrecken, daß sie flohen und sich versteckten. So blieb ich denn allein zurück und sah diese gewaltige Erscheinung; doch alle Kraft entschwand mir; mein Gesicht entfärbte sich bis zu Unkenntlichkeit, und ich wurde völlig kraftlos. Als er dann laut zu reden begann und ich den Klang seiner Worte vernahm, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Da berührte mich eine Hand und half mir, daß ich mich zitternd auf meine Knie und Hände aufrichtete.‘

Diese beiden Stellen aus dem Buch Daniel habe ich deswegen ausführlich erwähnt, weil sie für dich sehr lehrreich sind und manche von den Belehrungen, die ich dir bisher gegeben habe, als richtig bestätigen. Zunächst hast du hier die Tatsache des Hellsehens und Hellhörens in der ausgeprägtesten Form. Daniel sieht die Geistergestalt, während seine Begleiter sie nicht sehen. Aber da die Begleiter ebenfalls ‚medial‘ waren, fühlten sie die Nähe des Geistes und dessen gewaltige Odkraft, und sie flohen vor Schrecken. Hier ist die von mir erwähnte Tatsache bestätigt, daß manche Menschen die Geister zwar nicht sehen und hören können, aber ihre Nähe empfinden.

Außerdem ist in diesen Stellen, wie in so vielen anderen Stellen der Bibel, der Beweis erbracht, daß die Geister eine Gestalt und geistige Glieder haben, ähnlich denen eines Menschen.

Endlich fühlte Daniel eine Hand, die ihn anfaßte und aufrichtete. Es war die Hand Gabriels, die er mit Hilfe der Odkraft des Daniel materialisiert hatte. Denn nur mit einer materialisierten Hand konnte Gabriel einen Menschen aufrichten. Das laute Sprechen des Geistes und die Verkörperung seiner Hand beanspruchte so viel Odkraft, daß Daniel kraftlos zur Erde sank und Gabriel ihn mit seiner eigenen geistigen Odkraft stärken mußte.

Daniel 10, 18:  ‚Da berührte mich der, welcher wie ein Mensch aussah, nochmals und gab mir neue Kraft.‘

Aus dem Neuen Testament möchte ich nur das ‚Hellsehen‘ des Apostels Paulus erwähnen. In Troas sah Paulus nachts plötzlich einen mazedonischen Mann vor sich stehen, der die Bitte aussprach:

Apostelgeschichte 16, 9:  ‚Komm nach Mazedonien herüber und hilf uns!‘

In einer anderen Nacht trat der HERR zu Paulus und sagte:

Apostelgeschichte 23, 11: ‚Sei getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeugnis abgelegt hast, so sollst du auch in Rom Zeuge für mich sein.‘

Bei einer Überfahrt nach Italien sagte Paulus zu den Seeleuten des Schiffes:

Apostelgeschichte 27, 10-11:     ‚Ihr Männer, ich sehe voraus, daß unsere Fahrt mit Gefahr und großem Schaden nicht nur für die Ladung und das Schiff, sondern auch für unser Leben verbunden sein wird.‘

Ich habe dir bereits gesagt, daß das Schauen von großen Ereignissen der Zukunft nur möglich ist, wenn die Geisterwelt sie dem Hellsehenden in einem Bilde zeigt. Das finden wir auch in diesem Falle bestätigt. Denn als die Schiffsmannschaft nicht auf die Mahnung des Paulus hörte und die Fahrt wagte, gerieten sie in Sturm, mußten einen Teil der Ladung und auch das Schiffsgerät über Bord werfen, und alle hatten jede Hoffnung auf Rettung aufgegeben. Da trat Paulus mitten unter sie und sagte:

Apostelgeschichte 27, 21 ff:       ‚Ihr Männer! Ihr hättet auf mich hören und nicht von Kreta abfahren sollen, dann wäre uns dieses Ungemach und dieser Schaden erspart geblieben. Doch, wie die Dinge jetzt liegen, fordere ich euch auf, guten Mutes zu sein; denn keiner von euch wird das Leben verlieren; nur das Schiff ist verloren. Denn in dieser Nacht ist mir ein ‚Engel des Herrn‘ erschienen, dem ich angehöre und dem ich auch diene, und hat zu mir gesagt: ‚Fürchte dich nicht, Paulus! Du sollst vor den Kaiser treten; und siehe, Gott hat dir das Leben aller Reisegefährten geschenkt.‘ Darum seid guten Mutes, ihr Männer! Denn ich habe die Zuversicht zu Gott, daß es so kommen wird, wie es mir gezeigt worden ist. Wir müssen aber an irgendeiner Insel stranden.‘

An die Korinther schreibt Paulus:

1. Korinther 5, 3: ‚Ich, der ich leiblich zwar abwesend, aber mit meinem Geist bei euch gegenwärtig bin, habe über diesen Menschen, der sich so schwer vergangen hat, bereits Gericht gehalten, als ob ich bei euch wäre.‘

Ebenso schreibt er an die Kolosser:

Kolosser 2, 5:  ‚Wenn ich auch leiblich fern bin, so ist mein Geist doch bei euch gegenwärtig, und ich sehe mit Freuden eure festgeschlossene Kampfstellung und das feste Bollwerk eures Glaubens.‘

Aus den beiden zuletzt angeführten Stellen geht hervor, daß der Geist des Paulus austrat und bei den in der Ferne sich vollziehenden Ereignissen anwesend war.


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