Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert

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 Dritter Teil : 7.4

(Zeitschrift für Parapsychologie, Jahrgang 1926, S. 22 – 25).

In einem Artikel der eben genannten Zeitschrift bespricht Professor Dr. Österreich einige Fälle von Hellsehen, die der in Mexiko lebende Arzt Pagenstecher bei einer Patientin Maria Reyes de Z.festgestellt hat und die auch von dem Amerikaner Prince einer Nachprüfung unterzogen und bestätigt wurden. Professor Österreich schreibt darüber:

Die Phänomene, welche Pagenstecher und Prince studierten, waren vor allem Hellsehen und Psychometrie. Die nach dieser Richtung angestellten Versuche wirken durchaus überzeugend. Nur aus ihrem frappanten Charakter ist es auch verständlich, daß Pagenstecher, der aus der materialistischen Schule hervorgegangen ist, von dem Vorhandensein solcher Phänomene durch die eigene Beobachtung überzeugt wurde. Er hat dann eines Tages in der mexikanischen Ärztegesellschaft von seinen Erfahrungen berichtet. Seine Kollegen schüttelten den Kopf, und mancher begann wohl an seiner geistigen Gesundheit zu zweifeln. Es wurde indessen eine Kommission gebildet. Deren Mitglieder haben dann die Feststellungen Pagenstechers als zutreffend anerkannt.“

Welches sind nun die Tatsachen, die bei der hellsehenden, oder besser gesagt, hellempfindenden Maria Reyes de Z. festgestellt wurden?

Sie hatte in einem gewissen Zustand dieselben Empfindungen, die der ihr gegenübersitzende Pagenstecher hatte. Es war ihr dann, als ob sie in seinem Organismus stecke. Doch war dies nur dann der Fall, wenn Pagenstecher nicht weiter als drei Meter von ihr entfernt saß oder stand.

Sie schaute dabei eine farbige Strahlung und ein leuchtendes Band, das sie mit Pagenstecher verband.

Bei einem ihr gereichten Meteorstein hatte sie das Empfinden, bald durch kältere, bald durch wärmere Regionen des Weltenraumes zu fliegen und in ungemessene Tiefen zu fallen.

Ein Brief wurde ihr in die Hand gegeben. Sie wußte nicht, wer der Briefschreiber war. Aber sie empfand, sah und schilderte die Ereignisse beim Untergang eines Schiffes und beschrieb die Persönlichkeit des Briefschreibers, als ob sie ihm auf dem untergehenden Schiffe gegenüberstände. Auch hatte sie das Empfinden des Versinkens und Wiederemportauchens aus dem Meer. Der Brief war als Flaschenpost im Meer aufgefischt worden.

Die Erklärung der hier angegebenen Vorgänge ist in dem enthalten, was in dem Kapitel über das Gesetz der Odkraft gesagt wurde:

Das Od ist nicht bloß Träger des körperlichen Gefühls, sondern auch alles seelischen Empfindens. Da der Geist eines Lebewesens der Träger der Odkraft ist, so äußern sich alle Gedanken und Gefühle des Geistes in entsprechenden Schwingungen des Ods. Doch werden die Odschwingungen eines Lebewesens nicht bloß durch die Gedanken und Stimmungen des eigenen Geistes beeinflußt, sondern auch durch die Odschwingungen eines anderen Lebewesens, dessen Odstrahlung es in sich aufnimmt. Wenn daher sogenannte „hellempfindende“ Menschen auf irgendeine Weise mit der Odstrahlung eines anderen in hinreichende Verbindung kommen, dann nehmen sie auch die Empfindungen des anderen in sich auf. Auf diesem Gesetz beruht das „Sich Einfühlen“ in die Gefühle, den Charakter, die Gesinnung und das Schicksal eines anderen.

Wenn also die „hellempfindende“ Dame die Empfindungen Pagenstechers nachfühlte, als ob sie sich in dem Organismus Pagenstechers befände, so war die Odstrahlung Pagenstechers die Vermittlerin dieser Gefühle. Die Odstrahlung hatte bei Pagenstecher nur eine Reichweite von drei Meter. Bei einer größeren Entfernung war sie nicht mehr stark genug, die Odschwingungen der „hellempfindenden“ Dame zu beeinflussen. Die hellempfindenden Personen befinden sich in solchen Fällen in einem teiltranceähnlichen Zustand, in dem der eigene Geist sich etwas vom Körper löst.

Das farbige Odband, das die Dame zwischen sich und Pagenstecher sah, war dessen auf sie übergehende Odstrahlung. Daß jede Odstrahlung Farbe besitzt, ist ebenfalls in der Odlehre dargetan. Denn auch die Farbe beruht auf Odschwingungen, wie die Töne, der Geruch, der Geschmack, das Tastgefühl und alle anderen Äußerungen des Lebens, dessen Träger stets der Geist ist. Alles dies steht miteinander in engstem Zusammenhang.

Auch der Meteor ist ein Lebewesen, wie sich in allem, was existiert ein Geist befindet. Darum hat auch der Meteor die ihm eigenen Odschwingungen, die bei seinem Flug durch den Weltenraum durch die Odstrahlungen der im Weltenraum befindlichen Weltkörper beeinflußt wurde, ebenso durch das Fallen in ungemessene Tiefen. Alle Odschwingungen eines Lebewesens lassen in dem Od dieselben Eindrücke zurück, welche die Schwingungen der Töne eines Sängers auf die Platte eines Grammophons ausüben, so daß sie nachher immer wieder zu Gehör gebracht werden.

Derselbe Vorgang, der sich bei der phonographischen Platte in mehr materialisierter Form vollzieht, ist in geistiger Weise beim Nachempfinden von Geschehnissen durch hellempfindende Personen vorhanden, sobald sie mit der geistigen Platte des Ods eines Lebewesens in hinreichend starke Verbindung kommen und dadurch in ihrem eigenen Od dieselben Schwingungen und damit auch dieselben Empfindungen erzeugt werden, die in jener Odplatte enthalten sind.

Damit ist auch das Schauen des Schicksals und der Persönlichkeit jenes Briefschreibers auf dem untergehenden Schiff durch das hellempfindende Medium Pagenstechers erklärt. Nur muß noch erläuternd hinzugefügt werden, daß jene geistige Odplatte nicht bloß einer phonographischen Platte gleicht, sondern gleichzeitig auch eine fotografische Platte darstellt. Daß also durch sie nicht bloß die Empfindungen wiedergegeben werden, sondern auch das Persönlichkeitsbild dessen, von dem die Odstrahlung herrührt. Denn auch das Bild beruht auf Schwingungen des Ods. So suchen die neueren Erfindungen es ja auch zu ermöglichen, daß die Persönlichkeitsbilder derjenigen, die den Fernsprechapparat benutzen, gleichzeitig sichtbar gemacht werden. Auch dies beruht auf den Odschwingungen, die bei den irdischen Vorgängen in mehr materieller Verdichtung sich vollziehen und bei den geistigen Vorgängen in geistiger Form.

Bei Pagenstecher und seinem hellempfindenden Medium wurde bei den Versuchen eine Gewichtsabnahme festgestellt von durchschnittlich 100 Gramm. Auch das ist leicht erklärlich. Denn jede Abgabe von Od ist mit einem Gewichtsverlust verbunden. Bei Pagenstecher rührte die Gewichtsabnahme daher, daß er eine größere Odmenge auf sein Medium ausstrahlte. Und das Medium selbst erlitt einen entsprechenden Odverlust dadurch, daß es die empfangenen Odeindrücke geistig verarbeitete und gestaltete. Jede Arbeit, auch die geistige, ist mit einem bestimmten Odverbrauch verbunden. So haben wir ja auch bei Wiedergabe des Inhaltes einer phonographischen Platte einen gewissen Kraftstrom nötig, der die Platte in eine hinreichend geschwinde Bewegung setzt, um das Tonbild zu erzeugen.

Eine solche mit Gewichtsverlust verbundene Odabgabe ist bei jeder menschlichen Arbeit festzustellen. Wer sich vor einer Arbeit wiegt und nach vollendeter Arbeit wiederum sein Gewicht feststellt, wird eine größere oder geringere Gewichtsabnahme finden, je nach der größeren oder geringeren Anstrengung bei der körperlichen oder geistigen Arbeit, auch wenn während der Arbeit keinerlei Körperentleerungen stattgefunden haben. Auch die Magnetopathen, die durch Magnetisieren eines Kranken von ihrem Od abgeben, erleiden dadurch entsprechende Gewichtsverluste.

Die Erklärung aller Erscheinungen des Hellempfindens ist in dem Gesagten enthalten, mögen sie auch in noch so verschiedenartiger Weise zutage treten.


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