Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert

vierter Teil : seite 10.8

Sechstens: Die Auferstehung von den Toten besteht also darin, daß die im Reiche der geistig Toten weilenden Geister sich in Reue wieder zum Reiche Gottes erheben. Sie kehren als frühere Deserteure wieder in die alte Heimat zurück.

Daß sie zurückkehren können und von dem Fürsten des gottfeindlichen Reiches – Luzifer – nicht mehr mit Gewalt festgehalten werden, haben sie dem Erlöser zu verdanken. Dieser hat durch seinen Sieg über den Fürsten des Totenreiches die Freigabe derer erzwungen, die ihren Abfall bereuen und zu Gott zurückkehren möchten. Er selbst war der erste, der zu den Toten der Hölle hinabgestiegen war, ohne selbst zu den von Gott Abgefallenen zu gehören. Er war auch der erste, der aus der Hölle zum Himmel aufstieg. Vorher war dies keinem Geiste der Tiefe möglich. Wer einmal in der Hölle war, konnte nicht mehr zur Höhe.

Die Rückkehr Christi aus der Hölle war die erste ‚Auferstehung von den Toten‘.

Darauf weist Paulus so oft in seinen Briefen hin. So schreibt er an die Epheser:

Epheser 4, 9: ‚Daß Christus aber auferstanden ist, welchen Sinn hat es als den, daß er zuerst auch hinabgestiegen war an die Plätze, die tiefer als die Erde sind.‘

Er meint damit die Höllensphären. Sie sind, wie ich dich bei einer anderen Gelegenheit belehrt habe,tiefer als die irdischen. – Und an die Kolosser schreibt er:

Kolosser 2, 15: ‚Nachdem er die Mächte und Gewalten überwunden hatte, triumphierte er über sie. ‚

Es sind Höllenmächte, gegen die er nach seinem Abstieg in die Hölle im Verein mit den himmlischen Legionen kämpfte und die er überwand, und deren Fürsten – Luzifer – er durch seinen Sieg zwang, diejenigen herauszugeben, die nicht mehr länger Untertanen des Totenreiches sein wollten. Darauf weist Paulus in seinem Brief an die Kolosser hin mit den Worten:

Kolosser 2, 12 – 15: ‚Weil ihr zu Christus gehört, seid ihr auch mit ihm auferweckt wor-den… Auch euch, die ihr einst tot waret, hat Gott zusammen mit ihm lebendig gemacht.‘

Die Kolosser, an die Paulus schreibt, waren einst auch geistig tot und Untertanen Luzifers. Aber später kamen sie zum Glauben an Christus und das Reich Gottes. Durch diesen Glauben gehörten sie Christus an und wurden mit ihm des Reiches Gottes teilhaftig. Wenn es hier von Christus heißt, daß Gott ihn lebendig gemacht habe, so ist das nicht so zu verstehen, als sei Christus auch geistig tot gewesen. Aber er war im Reiche der geistig Toten und äußerlich vom Reiche Gottes getrennt. Also der Wirkung nach war Christus in diesen Höllensphären einem geistig Toten gleich, wenn er auch selbst nicht geistig tot war. Gott machte ihn insofern wieder lebendig, als er ihm die Kraft zum Siege über die Mächte des Totenreiches verlieh und ihn dadurch in das Reich des himmlischen Lebens zurückführte.

‚Die Auferstehung von den Toten‘ hat also nicht das Geringste mit einer Wiedererweckung der irdischen Leiber zu tun. Eine ‚Auferstehung des Fleisches‘, wie es in den christlichen Glaubensbekenntnissen heißt, gibt es nicht!

Darin stand in den ersten christlichen Jahrhunderten auch nicht ‚Auferstehung des Fleisches‘, sondern ‚Auferstehung der Toten‘. Dieser Ausdruck bedeutet nichts anderes als die tröstliche Wahrheit, daß alle geistig Toten, einschließlich Luzifer, wieder zu Gott zurückkehren würden.

Später hat man diese Worte geändert, als man die falsche Lehre eingeführt hatte, daß die irdischen Leiber der Verstorbenen wieder lebendig würden, während doch Paulus die richtige Lehre in den Worten wiedergibt:

1. Korinther 15, 44: ‚Es wird gesät ein natürlicher Leib, auferweckt ein geistiger Leib.‘

Auch der irdische Leib Christi wurde nicht auferweckt. Er war wie alle materiellen Menschenleiber aus dem Od der Erde entstanden und kehrte wie diese auch wieder zur Erde zurück. Nur daß er nicht auf dem Wege der Verwesung in das irdische Od aufgelöst wurde, sondern durch eineDematerialisierung von Seiten der Geisterwelt. In derselben Weise wie der Leichnam Christi, war auch der Leib eines Henoch und eines Elia in Od aufgelöst worden.

Aus Od der Erde ist jeder Menschenleib entstanden. In Od der Erde löst sich auch jeder Menschenleib wieder auf. Von diesem Gesetz gibt es keine Ausnahme.

Die Christen von heute denken sich unter ‚Auferstehung von den Toten‘ eine Wiederherstellung des irdischen Leibes. Und die Auferstehung Christi am Ostersonntag ist ihnen die Wiedervereinigung seines Geistes mit dem Körper, der drei Tage im Grabe gelegen hatte.

Das alles sind große Irrtümer!

Die Auferstehung Christi von den Toten ist – um dies noch einmal zu wiederholen – nur seine Rückkehr aus dem Reiche der geistig Toten, eine Rückkehr aus der Hölle, in die er als Geist hinabgestiegen war. Das apostolische Glaubensbekenntnis drückt das richtig in den Worten aus: ‚Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten‘. Klarer würden die Worte lauten: ‚Abgestiegen zu den Toten, am dritten Tage wieder zurückgekehrt von den Toten. ‚

Die Bezeichnung ‚Auferstehung von den Toten‘ wirkt deshalb so verwirrend auf euch, weil ihr bei dem Worte ‚Tod‘ nur an das irdische Sterben und bei dem Worte ‚Tote‘ nur an Leichen, Gräber und Kirchhöfe zu denken gewohnt seid. Ihr beachtet nicht den Sprachgebrauch der Bibel, wonach das Wort ‚Tod‘ die Trennung von Gott bezeichnet und unter ‚Toten‘ die von Gott Getrennten zu verstehen sind. Viel haben zu diesem Mißverständnis auch die falschen Übersetzungen einzelner Bibelstellen beigetragen. So die Stelle im Buch Hiob:

Hiob 19, 25 – 26: ‚Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und als letzter auf dieser Erde auftreten wird; und danach werde ich, mag auch meine Haut so ganz zerfetzt und ich ohne mein Fleisch sein, meinen Gott schauen.‘

Diese Worte hat man in ihr Gegenteil verdreht und geschrieben: ‚Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und er wird mich hernach aus der Erde aufwecken und ich werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und in meinem Fleische Gott schauen.‘

Eine andere Fälschung habe ich dir bereits früher erklärt. Es ist die Stelle im Matthäus-Evangelium, wo berichtet wird, daß beim Tode Jesu Tote aus den Gräbern hervorgekommen seien, während es in Wirklichkeit hieß, daß durch das Erdbeben Leichen aus den Gräbern herausgeschleudert wurden. Hierher gehört ferner eine Stelle des Johannes-Evangeliums:

Johannes 5, 28: ‚Die Stunde kommt, ja sie ist schon jetzt da, in der alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden.‘

Was hier mit ‚Gräber‘ bezeichnet wird, ist dasselbe, was Petrus in seinem Brief ‚Gefängnis‘ nennt, indem er schreibt:

1. Petrus 3, 19: ‚Im Geist ist Christus hingegangen und hat den Geistern im ‚Gefängnis‘ die Botschaft gebracht.‘

Und an der anderen Stelle:

2. Petrus 2, 4: ‚Gott hat die gefallenen Engel in die Unterwelt hinabgestoßen, hinein in die ‚Höhlen‘ der Finsternis.‘

Daß in der vorhin angeführten Stelle bei Johannes nicht die Gräber auf dem Kirchhof gemeint sein können, geht schon daraus hervor, daß Christus sagt, die Stunde sei jetzt schon da, wo die Toten in den Gräbern seine Stimme hören würden. Also hätten damals bereits die Leiber der Verstorbenen aus den Gräbern kommen müssen. Doch Christus meint mit jenen Worten die ‚geistig Toten‘ in den Gefängnissen Satans, die er durch seinen bevorstehenden Abstieg zur Hölle befreien wollte, soweit sie auf die Stimme des Erlösers hören würden.

Auch hat die Tatsache, daß Christus nach seinem irdischen Tode seinen Getreuen in einer materiellen Gestalt erschienen ist, zu der falschen Auffassung geführt, er habe seinen früheren menschlichen Leib wieder angenommen. In Wirklichkeit machte er sich in derselben Weise sichtbar, wie sich stets die Geister sichtbar machen, nämlich durch Materialisation ihres geistigen Leibes.

Haben nicht viele andere Geister vor Christus das getan? Kamen nicht eines Tages drei Geister in vollkommen menschlicher Gestalt zu Abraham und aßen mit ihm in derselben Weise, wie Christus nach seinem Tode mit seinen Jüngern gegessen hat? Und hat der Erzengel Raphael nicht viele Wochen hindurch den jungen Tobias in einer menschlichen Gestalt begleitet, mit ihm gegessen und getrunken, so daß dieser ihn für einen gewöhnlichen Menschen hielt? War es da also etwas Besonderes, daß Christus sich nach seinem Tode seinen Jüngern zeigte und mit ihnen sprach, aß und trank?

Solche Materialisationen von Geistern erlebt ihr auch heute noch!

Auch böse Geister können sich in dieser Weise verkörpern.

Der wahre Sinn der ‚Auferstehung von den Toten‘ wurde erst nach der Himmelfahrt Christi durch die Geister Gottes den Aposteln und Gläubigen klargemacht. Denn sooft Christus während seines irdischen Lebens mit den Aposteln über seine ‚Auferstehung von den Toten‘ sprach, verstanden sie nicht, was er damit meinte.

Markus 9, 10: ‚Sie sprachen untereinander darüber, was wohl mit der Auferstehung von den Toten gemeint sei.‘

Über die Ansicht der religiösen Führer des jüdischen Volkes der damaligen Zeit bezüglich der ‚Auferstehung von den Toten‘ berichtet die Apostelgeschichte:

Apostelgeschichte 23, 8: ‚Die Sadduzäer behaupten, es gäbe keine Auferstehung, auch keine Engel und keine Geister, während die Pharisäer beides annehmen‘.


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