Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert.

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Zweiter Teil : 4.2.1(3)

In das Od ist bei jedem irdischen Wesen auch das für es vorherbestimmte ‚Schicksal‘ von Anfang an eingezeichnet, und zwar ist es sowohl in dem ganzen Odkörper als auch in jedem einzelnen Teilchen des Od sichtbar. Das Lebensschicksal ist daher auch in den Odteilchen zu sehen, die sich als Ausstrahlung an allem befinden, womit das Wesen in Berührung gekommen ist. Es ist nicht alles Schicksal, was ihr in eurem Leben tut oder erleidet. Das meiste ist das Ergebnis der Selbstbestimmung eures freien Willens. Vorherbestimmt ist bloß euer Lebensweg mit gewissen Schicksalsstationen an diesem Wege. Was ihr darauf treibt und wie ihr euch an den einzelnen Stationen verhaltet, das ist Sache eurer Willensentscheidung. Dafür tragt ihr die Verantwortung.

Euer Leben hat den einzigen Zweck, daß euer Geist auf dem ihm vorgezeichneten Weg höher kommt, näher zu Gott. Euer Lebensweg ist ein Examensweg. Er ist euch nach Art und Dauer vorherbestimmt. Daran könnt ihr nichts ändern. Die Schicksalsstationen an diesem Weg sind Zwischenprüfungen. Der irdische Tod bildet den Abschluß.

Ob ihr nun auf dem vorgezeichneten Weg eure Pflicht tut oder nicht, das hängt alles von eurem freien Willen ab. Wer das Examen besteht, dessen Geist wird im Jenseits weiter fortschreiten bis zum letzten Ziele der Vereinigung mit Gott.

Wer durchfällt, hat das Examen so oft von neuem zu machen (Reinkarnation), bis er besteht. Das Bestehen oder Durchfallen ist nicht Schicksal, sondern eigenes Verdienst oder eigene Schuld.

Die christlichen Religionen erkennen diese Wahrheit nicht.

Sie wissen nicht, daß der Schöpfer es ähnlich macht wie ein Baumeister, der zuerst den Bauplan zeichnet, nach dem der Bau errichtet werden soll. Der Plan enthält nicht jede Einzelheit der inneren Ausführung des Baues und des dazu verwendeten Materials, sondern nur die äußeren Linien. So hat auch Gott für den Lebensbau eines jeden Menschen die Hauptlinien festgelegt, nach denen das Leben sich äußerlich gestaltet. Den inneren Ausbau überläßt er der freien Entscheidung des Menschen.

Die Bibel weist euch sehr häufig auf die Vorherbestimmung des Menschenschicksals hin.

Prediger 9, 12:  „Der Mensch kennt ja nicht einmal die für ihn bestimmte Zeit.“

Psalm 139, 16: „In deinem Buche standen eingeschrieben alle Tage, die vorher bestimmt waren, als noch keiner von ihnen da war.“

Und im Buch des Predigers heißt es:

Prediger 6, 10-12: „Alles, was geschieht, ist längst im voraus bestimmt worden und von vornherein steht fest, wie es einem Menschen gehen wird, und niemand vermag den zur Rechenschaft zu ziehen, der stärker ist als er. Wohl findet darüber viel Redens statt. Aber das ist nutzlos. Denn wer weiß, was dem Menschen im Leben gut ist?“

Psalm 31, 15:   „In deiner Hand steht mein Schicksal.“

Der Prophet Jeremia spricht die Worte:

Jeremia 10, 23: „Ich weiß, Herr, daß des Menschen Schicksal nicht in seiner Hand steht und daß ein Mensch, der da wandelt, seinen Gang nicht fest zu richten vermag“.

5. Mose 32, 35: „Eilends kommt das Schicksal heran, das für sie festgesetzt ist“.

Geburt und Tod und die dazwischenliegende Lebensdauer sind Schicksalsbestimmung, an welcher der Mensch nichts ändern kann. Niemand, auch kein Arzt, kann daher das Leben eines Menschen retten. Jeder stirbt in dem Augenblick, der für ihn festgesetzt ist:

Prediger 8, 8:   „Ebensowenig ist jemand Herr über den Tag seines Todes“.

Christus bestätigt diese Wahrheit in den Worten:

Matthäus 6, 27:   „Wer von euch vermag mit allen seinen Sorgen der Länge seiner Lebenszeit auch nur eine Spanne zuzusetzen?“

Zu Mose sprach der Herr:

5. Mose 31, 14:    „Sieh, die Zeit ist nahe, daß du sterben mußt.“

Wie der irdische Baumeister nachträglich Änderungen an seinem Bauplan machen kann, so ist es nicht ausgeschlossen, daß auch Gott ausnahmsweise eine Änderung in dem Lebensschicksal irgend eines Menschen eintreten läßt. Nur Er vermag die Lebenszeit zu verlängern oder zu verkürzen. Wie euch ebenfalls die Bibel berichtet, verlängert Er bisweilen die Lebensjahre bei dem, der Gott treu ist und sich als zuverlässiger Mitarbeiter an dem Rettungsplan Gottes erweist, nachdem er die von ihm Abgefallenen wieder zurückführen will. Darum läßt er dem Hiskia sagen:

2. Könige 20, 6:   „Ich will zu deinen Lebenstagen noch fünfzehn Jahre hinzufügen.“

Anderen verkürzt er die schicksalsmäßig festgesetzte Lebensdauer, weil sie sowohl die eigene Lebensaufgabe unerfüllt lassen, als auch ihre Mitmenschen von der Pflichterfüllung Gott gegenüber abzubringen suchen.

Psalm 55, 24:   „Die Männer der Blutschuld und des Truges werden ihr Leben nicht auf die Hälfte bringen.“

Unter ‚Blutschuld‘ versteht die Bibel nicht das irdische Blutvergießen, sondern das Töten der Seele des Mitmenschen durch Verleitung zum Abfall von Gott.

Sprüche 10, 27: „Die Furcht des Herrn verlängert die Lebenstage, aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.“

Dem Hamanja läßt Gott durch den Propheten Jeremia sagen:

Jeremia 28, 16: „Noch in diesem Jahre sollst du sterben, weil du zum Ungehorsam gegen den Herrn aufgefordert hast.“

Hesekiel 22,4:  „Durch das Blut, das du vergossen hast (durch Verleitung zum Abfall von Gott), hast du dich mit Schuld beladen und durch die Götzen, die du dir angefertigt hast, bist du unrein geworden und hast die Tage des Gerichtes herbeigeführt und bist zum Abschluß deiner Jahre gekommen.“

Auch den einzelnen Völkern ist ihr Schicksal bestimmt.

Ihr versteht das alles nicht, weil ihr keine rechte Erkenntnis der Ursachen und Zwecke des großen Weltgeschehens besitzt. Ihr kennet vor allem den Zweck der materiellen Schöpfung nicht und wisset nicht, in welchem Zusammenhang der verkörperte Geist mit der Schöpfung Gottes steht.

Darüber werde ich dich später noch eingehender unterrichten.

Diese Belehrung über die Frage des Schicksals habe ich eingefügt, weil sie in Verbindung mit der Odkraft erwähnt werden mußte, da du sonst nicht das verstehen kannst, was ich über das „Hellsehen“ in seiner Beziehung zum Od zu sagen habe.

„Hellseher“ sind Wesen (Menschen oder Tiere), deren Geist sich so viel vom Körper lösen kann, daß sein Sehen ähnlich ist dem Sehen der vom materiellen Körper getrennten Geister des Jenseits.

Ein vollständig ausgebildeter ‚Hellseher‘ kann unter gewissen Umständen auch das in dem Od eingezeichnete Schicksal eines anderen erkennen. Aus der Vergangenheit sieht er alles, was sich im Leben desjenigen ereignet hat, dessen Od er schaut. Sowohl das, was als Schicksalsbestimmung in dessen Leben enthalten ist, als auch das, was an tatsächlichem Geschehen durch seine freie Willensentscheidung bereits verwirklicht ist.

Von der Zukunft sieht er jedoch nur das durch das Schicksal Vorherbestimmte, aber nicht das, was vom freien Willen des Menschen abhängt.

Die Art des Todes eines Menschen kann ein Hellseher nur dann vorausschauen, wenn sie durch das Schicksal festgelegt ist. Denn nicht bei allen gehört die Art des Todes zu ihrem Schicksal, wie überhaupt etwas bei dem einen Schicksal sein kann, was bei dem anderen der freien Bestimmung unterliegt. Nur die Stunde des Todes ist bei allen Schicksal.

Um das ‚Hellsehen‘ auf diesem Gebiete zu ermöglichen, muß der ‚Hellseher‘ auf irgendeine Weise mit dem Od dessen in Verbindung kommen, um dessen Schicksal es sich handelt. Entweder muß er die Person selber vor sich haben oder ihre Odstrahlung auf sich wirken lassen, oder er muß mit einem Gegenstand in Berührung kommen, den jene Person in Besitz hatte und an dem infolgedessen etwas von ihrer Odstrahlung haftet.

Auf dieser Odwirkung beruht auch die Fähigkeit des Hellsehers, verschlossene Briefe zu lesen oder Gegenstände zu erkennen, die er mit seinem körperlichen Auge nicht wahrnehmen kann.

Je stärker die von dem betreffenden Gegenstand ausgehende Odwirkung ist, um so deutlicher ist sein Schauen.

Kann sich der Geist des Hellsehenden vollständig von seinem Körper lösen und aus dem Körper austreten, so ist er auch in der Lage, der Odspur eines anderen zu folgen und festzustellen, wo jener sich augenblicklich befindet.

Doch nicht jedes Hellsehen erfolgt aufgrund der Odstrahlung. Sehr viele Dinge, die sich fern von dem Hellseher ereignen, werden von ihm im Augenblick des Geschehens dadurch geschaut, daß sein aus dem Körper ausgetretener Geist bei dem Ereignis selbst anwesend ist oder weil ihm, ohne daß sein Geist austritt, von der Geisterwelt das Geschehnis durch ‚Hellhören‘ mitgeteilt oder in einem Bild auf dem Wege des ‚Hellsehens‘ gezeigt wird.

Die zukünftigen Schicksale von Einzelpersonen, mit deren Odstrahlung der Hellseher nicht in Verbindung kam, sowie die Zukunft ganzer Länder, Völker, Städte und sonstiger Gemeinschaften kann ein Hellseher nur dann schauen, wenn sie ihm durch die Geisterwelt in entsprechenden Bildern vor Augen geführt werden. Die Gestaltung solcher Bilder, sei es als wahrheitsgetreue Wiedergabe des wirklichen Geschehens, sei es in Form von ‚Symbolen‘, ist für die damit beauftragten Geister nicht schwer. Das Od benutzen sie als Bildmaterial.

Den Propheten des Alten Bundes wurden die zukünftigen Schicksale der Völker und sonstige Ereignisse meistens in symbolischen Bildern gezeigt.

Das Od hat auch Farbe. Sie ist ebenfalls bei jedem Wesen verschieden. Sie geht vom tiefsten Schwarz durch Billionen Farbenschattierungen hindurch bis zum herrlichsten Weiß. Ihr Menschen könnt euch nicht vorstellen, wie groß die Mannigfaltigkeit der Farben ist. Betrachte einmal im Herbst das Gelb der Blätter. Unter allen gelb gewordenen Blättern wirst du keine zwei finden, die genau dasselbe Gelb haben. Diese Mannigfaltigkeit findet sich bei allen Farben.

Ich habe dir bereits wiederholt angedeutet, worin der Grund für die große Verschiedenheit in Geruch und Farbe des Od zu suchen ist. Nämlich in dem Geist der Lebewesen.

Je tiefer ein Geist in seinem Denken und Wollen seinem Gott gegenübersteht, um so häßlicher ist er als Geist. Denn auch der Geist hat Gestalt.

So hat euer menschlicher Geist die Gestalt des menschlichen Körpers oder richtiger gesagt: euer menschlicher Körper hat die Gestalt eures Geistes; und das Tier die Gestalt des tierischen Geistes.

Der materielle Körper ist nämlich gleichgeformt dem Odkörper und der Odkörper ist dem Geist vollkommen angepaßt.

Mit Hilfe des Od baut ja der Geist den materiellen Körper auf nach seinem Bild und seiner eigenen Gestaltung.

Eure sogenannten Wissenschaftler werden dich allerdings verlachen, wenn du sagst, daß die in der Materie verkörperten Geister die Gestalt ihres Körpers haben. Sie können sich einen Geist als Gestalt nicht denken. Sie meinen, Gestalt habe bloß das Materielle, das an Raum und Zeit Gebundene.

Darin irren sie sehr!

Die Geister sind nichts Formloses, wie es in der ganzen Schöpfung nichts Formloses gibt. Sie haben Gestalt und Form und sind trotzdem nicht an Raum und Zeit gebunden wie die materiellen Gestalten. Wie sollten wir Geister uns denn untereinander erkennen, wenn wir keine Gestalt hätten? Michael unterscheidet sich doch von Gabriel und Gabriel von Raphael und anderen Geistern – um diese biblischen Namen anzuführen.

Die Wahrheit ist also, daß alle Geister eine Gestalt haben, angefangen von Gott und den hohen Geistern Gottes bis hinunter zu den häßlichsten Mißgestalten der Tiefe und der in Materie gehüllten Geisterwelt.

Schönheit ist Harmonie und Häßlichkeit ist Disharmonie. Das ist ein Gesetz, das für die ganze Schöpfung gilt. Das schönste Antlitz eines Gemäldes kann durch einen disharmonischen Strich zur häßlichsten Fratze entstellt werden. So wird auch der Geist um so häßlicher in seiner Gestaltung, besonders in der Gestaltung seines Antlitzes, je disharmonischer seine Einstellung seinem Schöpfer gegenüber ist, nach dessen Bild und Gleichnis er einst geschaffen wurde.

Wie das den Geist umgebende Od dieselbe Gestaltung empfängt, die auch der Geist hat, so nimmt es auch Teil an der Schönheit und Häßlichkeit in Farbe und Geruch.

Darum erlebt ihr bei den heutigen Materialisationen der Geister, daß die Odstrahlung eines guten Geistwesens in einem schönen Lichte erglänzt und bei zunehmender Verdichtung seines Od einen lieblichen Geruch verbreitet, während das Od der niedrigen Geistwesen in Dunkel gehüllt ist und immer einen widerlichen Geruch verursacht. Freilich nimmt der Mensch nicht immer diesen Geruch wahr, weil er nur in seltenen Fällen auch mit dem körperlichen Geruchssinn empfunden werden kann. Das sind Tatsachen, die auch eure Gelehrten wiederholt festzustellen Gelegenheit haben.

Die Harmonie oder Disharmonie des Geistes wird durch den Odkörper auch auf den materiellen Körper übertragen. Darum ist der Charakter des Menschen in den Linien des Körpers, besonders im Angesicht ausgeprägt und sogar in der Gestaltung seiner Glieder zum Ausdruck gebracht.

Der Kenner dieses Gesetzes ist daher in der Lage, aus den Linien und der Gestaltung der Körperteile die Eigenschaften des Geistes zu ermitteln.

Auch die Haltung des Körpers, der Gang, die Bewegungen sind Ausdrucksformen des Geistes. Darum kann man auch an den Schriftzügen eines Menschen seinen Charakter erkennen. Aus demselben Grunde wird der Geist eines Abgeschiedenen, der durch ein menschliches Medium schreibt, dieselben Schriftzüge machen, die er vor seinem irdischen Tode hatte; sie werden sich erst dann ändern, wenn im Jenseits sein Charakter eine wesentliche Besserung erfahren hat.

Da das Schicksal eines Menschen in dem Od wie ein Bauplan eingezeichnet ist und durch das Od auch auf den materiellen Körper übertragen wird, so ist das Schicksal eines Wesens auch in den Linien und Zeichen seines Körpers zu sehen.

Wer daher diese Zeichen kennt, wird einen Teil von dem wahrnehmen,  was ein Hellseher in vollkommenerer Weise im Od erschaut.

Ich könnte dir ein sehr interessantes Buch über alle diese Zusammenhänge diktieren. Allein ich habe nicht die Aufgabe, eure menschliche Wissenschaft zu bereichern, sondern dir bloß so viel darüber mitzuteilen, als zum Verständnis des Geisterverkehrs mit der materiellen Schöpfung und der diesem Verkehr zugrunde liegenden Gesetze erforderlich ist.

Da das Od etwas Geistiges ist, so hat es mit dem Geist auch die Eigenschaft gemeinsam, durch keine Materie gehemmt zu werden.

Wie es den eigenen Körper ohne Widerstand durchdringt, so kann es auch jede beliebige andere Materie durchdringen, sobald es vom eigenen Körper gelöst ist. Nichts kann ihm Widerstand leisten. Etwas Ähnliches habt ihr bei den sogenannten Röntgenstrahlen, so daß es euch nicht schwerfallen wird, das Gesagte zu verstehen.

Wie ferner in der Natur unter Einwirkung der Wärme und unter Wolkenbildung sich starke Kraftströme entwickeln, die in der Form des Blitzes sichtbar werden, so vermag auch die Geisterwelt mit Hilfe des Od sehr starke Kraftströme zu erzeugen, heiße und kalte. Ihr sprecht ja auch beim Blitz von heißen Schlägen, unter denen alles schmilzt, und von kalten Schlägen, die nicht zünden, sondern bloß durch ihren ungeheuren Druck wirken.

Wärme dehnt aus und löst auf – Kälte zieht zusammen und verdichtet. Das ist ein Gesetz, das nicht bloß in der materiellen Welt Geltung hat, sondern auch in der geistigen Schöpfung.

Wie ihr mit Hilfe großer Hitze Materie in Dampf verwandeln und sogar in einen für das leibliche Auge unsichtbaren Zustand versetzen könnt, so vermag auch die Geisterwelt Materie vollständig aufzulösen. Auch sie bedient sich dazu heißer Kraftströme, durch die sie die Materie in einen odähnlichen, also vergeistigten Zustand versetzt.

  Teil drei

In das Od ist bei jedem irdischen Wesen auch das für es vorherbestimmte ‚Schicksal‘ von Anfang an eingezeichnet, und zwar ist es sowohl in dem ganzen Odkörper als auch in jedem einzelnen Teilchen des Od sichtbar. Das Lebensschicksal ist daher auch in den Odteilchen zu sehen, die sich als Ausstrahlung an allem befinden, womit das Wesen in Berührung gekommen ist. Es ist nicht alles Schicksal, was ihr in eurem Leben tut oder erleidet. Das meiste ist das Ergebnis der Selbstbestimmung eures freien Willens. Vorherbestimmt ist bloß euer Lebensweg mit gewissen Schicksalsstationen an diesem Wege. Was ihr darauf treibt und wie ihr euch an den einzelnen Stationen verhaltet, das ist Sache eurer Willensentscheidung. Dafür tragt ihr die Verantwortung.

Euer Leben hat den einzigen Zweck, daß euer Geist auf dem ihm vorgezeichneten Weg höher kommt, näher zu Gott. Euer Lebensweg ist ein Examensweg. Er ist euch nach Art und Dauer vorherbestimmt. Daran könnt ihr nichts ändern. Die Schicksalsstationen an diesem Weg sind Zwischenprüfungen. Der irdische Tod bildet den Abschluß.

Ob ihr nun auf dem vorgezeichneten Weg eure Pflicht tut oder nicht, das hängt alles von eurem freien Willen ab. Wer das Examen besteht, dessen Geist wird im Jenseits weiter fortschreiten bis zum letzten Ziele der Vereinigung mit Gott.

Wer durchfällt, hat das Examen so oft von neuem zu machen (Reinkarnation), bis er besteht. Das Bestehen oder Durchfallen ist nicht Schicksal, sondern eigenes Verdienst oder eigene Schuld.

Die christlichen Religionen erkennen diese Wahrheit nicht.

Sie wissen nicht, daß der Schöpfer es ähnlich macht wie ein Baumeister, der zuerst den Bauplan zeichnet, nach dem der Bau errichtet werden soll. Der Plan enthält nicht jede Einzelheit der inneren Ausführung des Baues und des dazu verwendeten Materials, sondern nur die äußeren Linien. So hat auch Gott für den Lebensbau eines jeden Menschen die Hauptlinien festgelegt, nach denen das Leben sich äußerlich gestaltet. Den inneren Ausbau überläßt er der freien Entscheidung des Menschen.

Die Bibel weist euch sehr häufig auf die Vorherbestimmung des Menschenschicksals hin.

Prediger 9, 12:  „Der Mensch kennt ja nicht einmal die für ihn bestimmte Zeit.“

Psalm 139, 16: „In deinem Buche standen eingeschrieben alle Tage, die vorher bestimmt waren, als noch keiner von ihnen da war.“

Und im Buch des Predigers heißt es:

Prediger 6, 10-12: „Alles, was geschieht, ist längst im voraus bestimmt worden und von vornherein steht fest, wie es einem Menschen gehen wird, und niemand vermag den zur Rechenschaft zu ziehen, der stärker ist als er. Wohl findet darüber viel Redens statt. Aber das ist nutzlos. Denn wer weiß, was dem Menschen im Leben gut ist?“

Psalm 31, 15:   „In deiner Hand steht mein Schicksal.“

Der Prophet Jeremia spricht die Worte:

Jeremia 10, 23: „Ich weiß, Herr, daß des Menschen Schicksal nicht in seiner Hand steht und daß ein Mensch, der da wandelt, seinen Gang nicht fest zu richten vermag“.

5. Mose 32, 35: „Eilends kommt das Schicksal heran, das für sie festgesetzt ist“.

Geburt und Tod und die dazwischenliegende Lebensdauer sind Schicksalsbestimmung, an welcher der Mensch nichts ändern kann. Niemand, auch kein Arzt, kann daher das Leben eines Menschen retten. Jeder stirbt in dem Augenblick, der für ihn festgesetzt ist:

Prediger 8, 8:   „Ebensowenig ist jemand Herr über den Tag seines Todes“.

Christus bestätigt diese Wahrheit in den Worten:

Matthäus 6, 27:   „Wer von euch vermag mit allen seinen Sorgen der Länge seiner Lebenszeit auch nur eine Spanne zuzusetzen?“

Zu Mose sprach der Herr:

5. Mose 31, 14:    „Sieh, die Zeit ist nahe, daß du sterben mußt.“

Wie der irdische Baumeister nachträglich Änderungen an seinem Bauplan machen kann, so ist es nicht ausgeschlossen, daß auch Gott ausnahmsweise eine Änderung in dem Lebensschicksal irgend eines Menschen eintreten läßt. Nur Er vermag die Lebenszeit zu verlängern oder zu verkürzen. Wie euch ebenfalls die Bibel berichtet, verlängert Er bisweilen die Lebensjahre bei dem, der Gott treu ist und sich als zuverlässiger Mitarbeiter an dem Rettungsplan Gottes erweist, nachdem er die von ihm Abgefallenen wieder zurückführen will. Darum läßt er dem Hiskia sagen:

2. Könige 20, 6:   „Ich will zu deinen Lebenstagen noch fünfzehn Jahre hinzufügen.“

Anderen verkürzt er die schicksalsmäßig festgesetzte Lebensdauer, weil sie sowohl die eigene Lebensaufgabe unerfüllt lassen, als auch ihre Mitmenschen von der Pflichterfüllung Gott gegenüber abzubringen suchen.

Psalm 55, 24:   „Die Männer der Blutschuld und des Truges werden ihr Leben nicht auf die Hälfte bringen.“

Unter ‚Blutschuld‘ versteht die Bibel nicht das irdische Blutvergießen, sondern das Töten der Seele des Mitmenschen durch Verleitung zum Abfall von Gott.

Sprüche 10, 27: „Die Furcht des Herrn verlängert die Lebenstage, aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.“

Dem Hamanja läßt Gott durch den Propheten Jeremia sagen:

Jeremia 28, 16: „Noch in diesem Jahre sollst du sterben, weil du zum Ungehorsam gegen den Herrn aufgefordert hast.“

Hesekiel 22,4:  „Durch das Blut, das du vergossen hast (durch Verleitung zum Abfall von Gott), hast du dich mit Schuld beladen und durch die Götzen, die du dir angefertigt hast, bist du unrein geworden und hast die Tage des Gerichtes herbeigeführt und bist zum Abschluß deiner Jahre gekommen.“

Auch den einzelnen Völkern ist ihr Schicksal bestimmt.

Ihr versteht das alles nicht, weil ihr keine rechte Erkenntnis der Ursachen und Zwecke des großen Weltgeschehens besitzt. Ihr kennet vor allem den Zweck der materiellen Schöpfung nicht und wisset nicht, in welchem Zusammenhang der verkörperte Geist mit der Schöpfung Gottes steht.

Darüber werde ich dich später noch eingehender unterrichten.

Diese Belehrung über die Frage des Schicksals habe ich eingefügt, weil sie in Verbindung mit der Odkraft erwähnt werden mußte, da du sonst nicht das verstehen kannst, was ich über das „Hellsehen“ in seiner Beziehung zum Od zu sagen habe.

„Hellseher“ sind Wesen (Menschen oder Tiere), deren Geist sich so viel vom Körper lösen kann, daß sein Sehen ähnlich ist dem Sehen der vom materiellen Körper getrennten Geister des Jenseits.

Ein vollständig ausgebildeter ‚Hellseher‘ kann unter gewissen Umständen auch das in dem Od eingezeichnete Schicksal eines anderen erkennen. Aus der Vergangenheit sieht er alles, was sich im Leben desjenigen ereignet hat, dessen Od er schaut. Sowohl das, was als Schicksalsbestimmung in dessen Leben enthalten ist, als auch das, was an tatsächlichem Geschehen durch seine freie Willensentscheidung bereits verwirklicht ist.

Von der Zukunft sieht er jedoch nur das durch das Schicksal Vorherbestimmte, aber nicht das, was vom freien Willen des Menschen abhängt.

Die Art des Todes eines Menschen kann ein Hellseher nur dann vorausschauen, wenn sie durch das Schicksal festgelegt ist. Denn nicht bei allen gehört die Art des Todes zu ihrem Schicksal, wie überhaupt etwas bei dem einen Schicksal sein kann, was bei dem anderen der freien Bestimmung unterliegt. Nur die Stunde des Todes ist bei allen Schicksal.

Um das ‚Hellsehen‘ auf diesem Gebiete zu ermöglichen, muß der ‚Hellseher‘ auf irgendeine Weise mit dem Od dessen in Verbindung kommen, um dessen Schicksal es sich handelt. Entweder muß er die Person selber vor sich haben oder ihre Odstrahlung auf sich wirken lassen, oder er muß mit einem Gegenstand in Berührung kommen, den jene Person in Besitz hatte und an dem infolgedessen etwas von ihrer Odstrahlung haftet.

Auf dieser Odwirkung beruht auch die Fähigkeit des Hellsehers, verschlossene Briefe zu lesen oder Gegenstände zu erkennen, die er mit seinem körperlichen Auge nicht wahrnehmen kann.

Je stärker die von dem betreffenden Gegenstand ausgehende Odwirkung ist, um so deutlicher ist sein Schauen.

Kann sich der Geist des Hellsehenden vollständig von seinem Körper lösen und aus dem Körper austreten, so ist er auch in der Lage, der Odspur eines anderen zu folgen und festzustellen, wo jener sich augenblicklich befindet.

Doch nicht jedes Hellsehen erfolgt aufgrund der Odstrahlung. Sehr viele Dinge, die sich fern von dem Hellseher ereignen, werden von ihm im Augenblick des Geschehens dadurch geschaut, daß sein aus dem Körper ausgetretener Geist bei dem Ereignis selbst anwesend ist oder weil ihm, ohne daß sein Geist austritt, von der Geisterwelt das Geschehnis durch ‚Hellhören‘ mitgeteilt oder in einem Bild auf dem Wege des ‚Hellsehens‘ gezeigt wird.

Die zukünftigen Schicksale von Einzelpersonen, mit deren Odstrahlung der Hellseher nicht in Verbindung kam, sowie die Zukunft ganzer Länder, Völker, Städte und sonstiger Gemeinschaften kann ein Hellseher nur dann schauen, wenn sie ihm durch die Geisterwelt in entsprechenden Bildern vor Augen geführt werden. Die Gestaltung solcher Bilder, sei es als wahrheitsgetreue Wiedergabe des wirklichen Geschehens, sei es in Form von ‚Symbolen‘, ist für die damit beauftragten Geister nicht schwer. Das Od benutzen sie als Bildmaterial.

Den Propheten des Alten Bundes wurden die zukünftigen Schicksale der Völker und sonstige Ereignisse meistens in symbolischen Bildern gezeigt.

Das Od hat auch Farbe. Sie ist ebenfalls bei jedem Wesen verschieden. Sie geht vom tiefsten Schwarz durch Billionen Farbenschattierungen hindurch bis zum herrlichsten Weiß. Ihr Menschen könnt euch nicht vorstellen, wie groß die Mannigfaltigkeit der Farben ist. Betrachte einmal im Herbst das Gelb der Blätter. Unter allen gelb gewordenen Blättern wirst du keine zwei finden, die genau dasselbe Gelb haben. Diese Mannigfaltigkeit findet sich bei allen Farben.

Ich habe dir bereits wiederholt angedeutet, worin der Grund für die große Verschiedenheit in Geruch und Farbe des Od zu suchen ist. Nämlich in dem Geist der Lebewesen.

Je tiefer ein Geist in seinem Denken und Wollen seinem Gott gegenübersteht, um so häßlicher ist er als Geist. Denn auch der Geist hat Gestalt.

So hat euer menschlicher Geist die Gestalt des menschlichen Körpers oder richtiger gesagt: euer menschlicher Körper hat die Gestalt eures Geistes; und das Tier die Gestalt des tierischen Geistes.

Der materielle Körper ist nämlich gleichgeformt dem Odkörper und der Odkörper ist dem Geist vollkommen angepaßt.

Mit Hilfe des Od baut ja der Geist den materiellen Körper auf nach seinem Bild und seiner eigenen Gestaltung.

Eure sogenannten Wissenschaftler werden dich allerdings verlachen, wenn du sagst, daß die in der Materie verkörperten Geister die Gestalt ihres Körpers haben. Sie können sich einen Geist als Gestalt nicht denken. Sie meinen, Gestalt habe bloß das Materielle, das an Raum und Zeit Gebundene.

Darin irren sie sehr!

Die Geister sind nichts Formloses, wie es in der ganzen Schöpfung nichts Formloses gibt. Sie haben Gestalt und Form und sind trotzdem nicht an Raum und Zeit gebunden wie die materiellen Gestalten. Wie sollten wir Geister uns denn untereinander erkennen, wenn wir keine Gestalt hätten? Michael unterscheidet sich doch von Gabriel und Gabriel von Raphael und anderen Geistern – um diese biblischen Namen anzuführen.

Die Wahrheit ist also, daß alle Geister eine Gestalt haben, angefangen von Gott und den hohen Geistern Gottes bis hinunter zu den häßlichsten Mißgestalten der Tiefe und der in Materie gehüllten Geisterwelt.

Schönheit ist Harmonie und Häßlichkeit ist Disharmonie. Das ist ein Gesetz, das für die ganze Schöpfung gilt. Das schönste Antlitz eines Gemäldes kann durch einen disharmonischen Strich zur häßlichsten Fratze entstellt werden. So wird auch der Geist um so häßlicher in seiner Gestaltung, besonders in der Gestaltung seines Antlitzes, je disharmonischer seine Einstellung seinem Schöpfer gegenüber ist, nach dessen Bild und Gleichnis er einst geschaffen wurde.

Wie das den Geist umgebende Od dieselbe Gestaltung empfängt, die auch der Geist hat, so nimmt es auch Teil an der Schönheit und Häßlichkeit in Farbe und Geruch.

Darum erlebt ihr bei den heutigen Materialisationen der Geister, daß die Odstrahlung eines guten Geistwesens in einem schönen Lichte erglänzt und bei zunehmender Verdichtung seines Od einen lieblichen Geruch verbreitet, während das Od der niedrigen Geistwesen in Dunkel gehüllt ist und immer einen widerlichen Geruch verursacht. Freilich nimmt der Mensch nicht immer diesen Geruch wahr, weil er nur in seltenen Fällen auch mit dem körperlichen Geruchssinn empfunden werden kann. Das sind Tatsachen, die auch eure Gelehrten wiederholt festzustellen Gelegenheit haben.

Die Harmonie oder Disharmonie des Geistes wird durch den Odkörper auch auf den materiellen Körper übertragen. Darum ist der Charakter des Menschen in den Linien des Körpers, besonders im Angesicht ausgeprägt und sogar in der Gestaltung seiner Glieder zum Ausdruck gebracht.

Der Kenner dieses Gesetzes ist daher in der Lage, aus den Linien und der Gestaltung der Körperteile die Eigenschaften des Geistes zu ermitteln.

Auch die Haltung des Körpers, der Gang, die Bewegungen sind Ausdrucksformen des Geistes. Darum kann man auch an den Schriftzügen eines Menschen seinen Charakter erkennen. Aus demselben Grunde wird der Geist eines Abgeschiedenen, der durch ein menschliches Medium schreibt, dieselben Schriftzüge machen, die er vor seinem irdischen Tode hatte; sie werden sich erst dann ändern, wenn im Jenseits sein Charakter eine wesentliche Besserung erfahren hat.

Da das Schicksal eines Menschen in dem Od wie ein Bauplan eingezeichnet ist und durch das Od auch auf den materiellen Körper übertragen wird, so ist das Schicksal eines Wesens auch in den Linien und Zeichen seines Körpers zu sehen.

Wer daher diese Zeichen kennt, wird einen Teil von dem wahrnehmen, was ein Hellseher in vollkommenerer Weise im Od erschaut.

Ich könnte dir ein sehr interessantes Buch über alle diese Zusammenhänge diktieren. Allein ich habe nicht die Aufgabe, eure menschliche Wissenschaft zu bereichern, sondern dir bloß so viel darüber mitzuteilen, als zum Verständnis des Geisterverkehrs mit der materiellen Schöpfung und der diesem Verkehr zugrunde liegenden Gesetze erforderlich ist.

Da das Od etwas Geistiges ist, so hat es mit dem Geist auch die Eigenschaft gemeinsam, durch keine Materie gehemmt zu werden.

Wie es den eigenen Körper ohne Widerstand durchdringt, so kann es auch jede beliebige andere Materie durchdringen, sobald es vom eigenen Körper gelöst ist. Nichts kann ihm Widerstand leisten. Etwas Ähnliches habt ihr bei den sogenannten Röntgenstrahlen, so daß es euch nicht schwerfallen wird, das Gesagte zu verstehen.

Wie ferner in der Natur unter Einwirkung der Wärme und unter Wolkenbildung sich starke Kraftströme entwickeln, die in der Form des Blitzes sichtbar werden, so vermag auch die Geisterwelt mit Hilfe des Od sehr starke Kraftströme zu erzeugen, heiße und kalte. Ihr sprecht ja auch beim Blitz von heißen Schlägen, unter denen alles schmilzt, und von kalten Schlägen, die nicht zünden, sondern bloß durch ihren ungeheuren Druck wirken.

Wärme dehnt aus und löst auf – Kälte zieht zusammen und verdichtet. Das ist ein Gesetz, das nicht bloß in der materiellen Welt Geltung hat, sondern auch in der geistigen Schöpfung.

Wie ihr mit Hilfe großer Hitze Materie in Dampf verwandeln und sogar in einen für das leibliche Auge unsichtbaren Zustand versetzen könnt, so vermag auch die Geisterwelt Materie vollständig aufzulösen. Auch sie bedient sich dazu heißer Kraftströme, durch die sie die Materie in einen odähnlichen, also vergeistigten Zustand versetzt.

Weiter bei: 4.2.1 Das Wesen der Materie (4)