Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert.

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vierter Teil : 8.3 (1)

Belehrung aus den SPHÄREN DES LICHTS

„Du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet.

Denn deine gewaltige Macht zu betätigen, steht dir alle Zeit zu  Gebote.“

Weisheit 11, 22

Gott ist Geist und alles, was er erschafft, ist Geist. Nach seinem Bilde rief er geistige Wesen ins Dasein in einer so unermeßlichen Menge, daß ihr keine irdischen Zahlen habt, mit denen ihr sie auch nur annähernd ausdrücken könntet.

Auf welche Weise der unendlich große und allmächtige Gott die Geisterwelt schuf, kann dir als Mensch nicht klargemacht werden. Das zu wissen, ist für den Menschen auch nicht notwendig und von keiner Bedeutung für sein Seelenheil. Es genügt, die Zusammenhänge kennenzulernen, in denen der Mensch mit der Schöpfung Gottes steht. Daraus kann er ersehen, weshalb er auf der Erde ist undwelche Aufgaben er in seinem irdischen Dasein zu erfüllen hat. Dazu sollen meine Belehrungen über die Schöpfung Gottes dienen.

Gott schuf die Geisterwelt nicht auf einmal. Gott ist der große Bildner, der nach unendlich weisen Gesetzen aus dem Kleinen das Große, aus der Einheit die Vielheit, aus dem Samenkörnchen den Baum mit Billionen Samenkörnchen als Keime neuer Bäume schafft; der die Familie nicht dadurch bildet, daß er Eltern und Kinder gleichzeitig ins Dasein ruft, sondern daß er ein Elternpaar erschafft und ihm die Zeugungskraft verleiht, so daß nach und nach durch Geburt von Kindern die Familie wächst und aus dieser Familie neue Familien bis ins Unbegrenzte entstehen können.

In derselben Weise ging Gott bei seiner geistigen Schöpfung vor. Alle Gesetze, die ihr in den irdischen Welten sehet, sind in der geistigen Welt ebenso vorhanden. Wiederholt habe ich dich mit allem Nachdruck auf diese Tatsache hingewiesen und muß es immer von neuem betonen, weil es die Wahrheitsgrundlage für alles Wissen über das Jenseits ist, ob ihr sie nun annehmt oder mit spöttischem Lächeln als unglaublich von euch weist.

So werdet ihr wohl ungläubig den Kopf schütteln, wenn ich sage, daß das in der ganzen irdischen Natur und bei allen Lebewesen vorhandene Gesetz der Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen auch in der geistigen Schöpfung in demselben Umfang gilt und gelten muß. Denn die Materie ist ja bloß eine Verkörperung des Geistigen, also bloß ein anderer Zustand des Geistes, der die geistigen Gesetze nicht aufhebt, sondern sie bloß in einer der Materie angepaßten Weise wirksam werden läßt.

Wie es daher in der irdischen Schöpfung männliche und weibliche Wesen aller Gattungen gibt, so gibt es auch männliche und weibliche Geister in der geistigen Schöpfung. Die Zahl der männlichen Geister ist dieselbe wie die der weiblichen. Jedem männlichen Geist ist ein weiblicher Geist nach Gottes Gesetz zugeteilt. Beide passen vollkommen zueinander und finden in der gegenseitigen Ergänzung und in ihrem treuen Zusammenarbeiten an der ihnen von Gott gegebenen Aufgabe ihr höchstes, persönliches Glück.

Solche füreinander geschaffene Geisterpaare nennt man ‚Duale‘. Das bedeutet soviel wie: ‚Zwei, die zusammengehören‘.

Sirach 33, 16: ‚Blicke auf alle Werke des Höchsten: immer sind es zwei und zwei (= Paare), eins zum anderen gehörend.‘

Das sind die Ehen, die im Himmel geschlossen wurden.

Von diesem Gesetz der paarweisen Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen ist bloß Gott ausgenommen. Dieses Gesetz gilt also auch von dem als erstes Geschöpf ins Dasein getretenen „Sohn Gottes“, den ihr „Christus“ nennt.

Von allen geschaffenen Geistern gilt das Wort der Bibel: ‚Als Mann und Weib erschuf er sie‘ und das andere Wort: ‚Wachset und mehret euch!‘

Christus ist der höchste Geist, den Gott in seiner Allmacht schaffen konnte. Er ist in allem sein vollkommenstes Ebenbild, soweit ein geschaffener Geist die Vollkommenheit des Schöpfers besitzen kann. Darum nennt ihn Paulus mit Recht ‚ein Ebenbild des unsichtbaren Gottes und den Erstling der ganzen Schöpfung‘ (Kol. 1, 15).

Christus ist also nicht Gott, wie viele heute lehren, sondern der als Erster geschaffene ‚Sohn Gottes‘, sein höchstes und vollkommenstes Geschöpf.

Nach Christus traten noch sechs Geister ins Dasein, die ebenfalls ‚Söhne Gottes‘ genannt werden, die aber ihr Sein dem himmlischen Leibe nach dem erstgeschaffenen Sohn Gottes verdanken und diesem an Größe, Macht und Herrlichkeit nicht gleichkommen.

Der zweite ‚Sohn Gottes‘ war der, den ihr mit ‚Luzifer‘ bezeichnet: der Lichtträger, nach Christus der höchste der geschaffenen Geister, der später von Gott abfiel.

Ein anderer der sieben ‚Söhne Gottes‘ tritt euch in der Geschichte des Tobias entgegen. Dort gibt sich der als Mensch verkörperte hohe Geist des Himmels, der den jungen Tobias begleitet hatte, der Familie des Tobias mit den Worten zu erkennen:

Tobias 12, 15: ‚Ich bin Raphael, einer der sieben Söhne Gottes‘.

Die ganze außer dem erstgeschaffenen Sohne Gottes ins Dasein getretene Geisterwelt ist nicht einedirekte Schöpfung Gottes, wie der erste Sohn, sondern durch den erstgeschaffenen Sohn, dem Gott die Schöpferkraft verlieh, ins Leben gerufen. Darum schreibt Paulus in seinem Brief an die Kolosser:

Kolosser 1, 16 – 17: ‚Durch Christus ist alles geschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne wie Herrschaften, Mächte und Gewalten: Alles ist durch ihn und zu einer Gemeinschaft mit ihm geschaffen worden, und er steht über allem und alles hat in ihm die Quelle seines Bestehens.‘

Wie das ganze irdische Menschengeschlecht die Quelle seines leiblichen Bestehens in dem ersten Menschen hat, so hat die ganze Geisterwelt den Grund ihres leiblichen Daseins in Christus. Wie die Menschen vom ersten menschlichen Stammvater nur ihren materiellen Leib durch viele Generationen hindurch überkommen haben, ihr Geist jedoch jedesmal ohne Mitwirkung der Zeugenden mit dem Körper vereinigt wird, so haben auch die himmlischen Wesen ihren himmlischen Leib dem Erstling der himmlischen Schöpfung, dem ersten Gottessohn zu verdanken, während ihr Geist als von Gott kommend jedesmal von Gott aus mit dem himmlischen Körper vereinigt ward.

Die Unterscheidung zwischen ‚himmlischen Leibern‘ und ‚irdischen Leibern‘ ist dir ja aus meinen früheren Erklärungen verständlich. Bei den jenseitigen Wesen ist der Leib in geistiger Form vorhanden. Darüber belehrt euch Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther:

Korinther 15, 40 – 44: ‚Es gibt himmlische Leiber und irdische Leiber; aber anders ist die äußere Erscheinung der himmlischen, anders die der irdischen Leiber… So gut es einen materiellen Leib gibt, gibt es auch einen geistigen.‘

Der Geist empfängt in dem, was man ‚Odleib‘ nennt, seine Gestaltung. Der Geist selbst ist ein FunkeGottes, der je nach der Hülle leuchtet, der er einverleibt wird.

Es ist dies zwar nur ein Bild.

Aber anders als in unvollkommenen Bildern kann euch Menschen das Geistige nicht verständlich gemacht werden.

Wie ihr in der irdischen Schöpfung die mannigfachsten Gattungen und Arten der Lebewesen habet, höhere und niedere, aber jede Gattung und Art in sich und in bezug auf die von ihr zu erfüllende Aufgabe etwas Vollkommenes ist, so waren auch die Geister, die Gott in den himmlischen Leibern zu Einzelwesen gestaltete, in einer herrlichen Vielheit der Gattungen und Arten vorhanden. Ihr selbst unterscheidet ja nach der Bibel in der Geisterwelt Cherubinen, Seraphinen, Erzengel, Engel, Herrschaften, Mächte und Fürstentümer.

Die durch Christus und zu einer Gemeinschaft mit ihm geschaffene Geisterwelt war zu einem wunderbaren lebendigen Organismus vereinigt, in dem alle Geister die Glieder einer geistigen Gemeinschaft waren, verschieden in ihrer Art und Vollkommenheit. So wie die Glieder eines irdischen Leibes trotz der Verschiedenheit ihrer Gestaltung und ihrer Aufgaben doch zusammen ein organisches Ganzes bilden, an dem kein Glied überflüssig und kein Glied für sich selbst da ist, so bildete auch die Geisterschöpfung einen geistigen Leib mit Christus als Haupt und der übrigen Geisterwelt als Glieder.

In einem wohlgeordneten irdischen Reich bildet der König als Haupt der Nation zusammen mit seinen Ministern, seinen höheren und unteren Beamten und der Gesamtheit der Untertanen eine einzige große Familie, in der alle an dem Wohl des Ganzen arbeiten und wo vom Wohl des Ganzen auch das Wohl des Einzelnen abhängt. So auch in der großen Geisterfamilie. Jeder Geist hatte die ihm eigene Aufgabe, hohe oder minder hohe, aber alle waren zu einer großen, herrlichen Einheit zusammengefaßt, in welcher kein Geist überflüssig war und der einzelne Geist nicht für sich wirkte, sondern mit den anderen zusammen an der wunderbaren Aufgabe, welche die Schöpfung Gottes zu erfüllen hatte. Sie sollte teilnehmen am Wirken Gottes und infolgedessen an all dem Glück und der Schönheit dessen, der sie ins Dasein gerufen, an der Herrlichkeit Gottes und Christi, als dem von Gott bestimmten König.

Darum kommt der Apostel Paulus in seinen Briefen immer wieder auf – ‚das Geheimnis des Leibes Christi‘ zu sprechen.

Römer 12, 4 – 6: ‚Wie wir an einem Leibe viele Glieder besitzen, die Glieder aber nicht alle dieselbe Verrichtung haben, so bilden wir viele alle zusammen einen Leib in Christus. Im Verhältnis zueinander aber sind wir Glieder, doch so, daß wir Gaben besitzen, die nach der uns verliehenen Gnade verschieden sind.‘

Epheser 4, 15 – 16: ‚Daß wir in allem zunehmen in ihm, der das Haupt ist, Christus; in ihm ist der ganze Leib zusammengefügt und vereint durch jegliches Band der Mithilfe nach der einem jeglichen Gliede zugemessenen Wirksamkeit, und dadurch erhält er sein Wachstum.‘

Kolosser 2, 19: ‚Christus ist das Haupt, von welchem der ganze Leib, durch Band und Fuge zusammengehalten und vereint, Wachstum hat zum Gedeihen in Gott.‘

Diese große Gemeinschaft der Geister nennt Paulus auch ‚Kirche‘.

Kolosser 1, 18: ‚Christus ist das Haupt des Leibes – der Kirche.‘

Epheser 1, 22 – 23: ‚Gott hat alles geordnet unter seine Füße und ihn gesetzt zum Haupt über die gesamte Kirche, welche sein Leib ist und die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.‘

Die ‚Kirche‘ ist also die Gemeinschaft der gottestreuen Geister unter dem Königtum Christi. Das Wort ‚Kirche‘ bedeutet ‚Herrschaft des Herrn‘. Wer sich dieser Herrschaft und dadurch Gott unterstellt, gehört zur ‚Kirche‘.

Der richtige Begriff ‚Kirche‘ hat also mit euren irdischen Kirchen und religiösen Gemeinschaften nichts gemein. Das alles ist Menschenwerk, aus menschlichen Irrungen entstanden und vergänglich, wie alles Menschliche.

Das, was Paulus als den ‚geistigen Leib Christi‘ schildert, war bei der Geisterschöpfung vollkommene Wirklichkeit. Alle Geistwesen, die ins Dasein traten, waren Geister des großen Geisterorganismus und Christus als dem Haupte untergeordnet. Sie unterstanden keinem Zwang. Sie hatten ihre volle Freiheit. Was sie taten geschah aus freier Entscheidung ihres Willens. Alle waren Christus als ihrem König und Statthalter Gottes und dadurch Gott selbst in Treue zugetan. Ein inniges Band der Liebe umschlang diese große Geisterfamilie. Das Regieren Christi als Beauftragter Gottes war nicht ein Thronen als Herrscher, sondern vielmehr ein Geleiten in brüderlichem Schutze. Es war die schützende Hand des Stärkeren über den Schwächeren.

Der freie Wille, der als höchstes Geschenk des Schöpfers den Geistern zuteil geworden war, gab ihnen freilich auch die Möglichkeit, sich den Anordnungen ihres von Gott gesetzten Königs zu widersetzen. Von allen geschaffenen Geistern, außer dem ersten Sohne Gottes, gilt das Wort der Heiligen Schrift:

Hiob 4, 18: ‚Seinen Dienern kann der Schöpfer nicht trauen und seinen Engeln legt er Mängel zur Last.‘

Und das andere Wort:

Hiob 15, 15: ‚Bedenke doch: Selbst seinen heiligen Engeln kann er nicht trauen, und der Himmel ist nicht rein in seinen Augen.‘

Und doch sind es heilige Geister, solange sie die Herrschaft Gottes und Christi über sich anerkennen und sich nicht durch Abfall von dem Reiche Gottes trennen.

Leider kam die Trennung eines großen Teiles der Geisterwelt von dem Reiche Gottes durch Auflehnung gegen das Königtum Christi. Es war nicht, wie ihr lehrt, eine direkte Auflehnung gegen Gott selbst, sondern gegen den von ihm eingesetzten Statthalter.

Es war die erste Revolution. Ihr könnt euch die Vorgänge nicht menschlich genug vorstellen. Sie waren dieselben, wie sie bei euren irdischen Revolutionen eintreten. Denn auch bei euren Revolutionen sind es ja nicht die materiellen Körper der Revolutionäre, welche die Pläne zum Aufstand schmieden und zur Ausführung zu bringen suchen, sondern die Geister der irdischen Menschen. Und wenn ihr das Entstehen und den Verlauf menschlicher Revolutionen in ihren Einzelheiten verfolgt, dann habt ihr auch ein der Wahrheit sehr nahekommendes Bild von der ersten Revolution im Geisterreich Gottes.


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