Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert

************************

Die Einzelwahrheiten der Lehre Christi möchte ich dir nun in ihren Hauptzügen vor Augen führen. Ich will sie dabei in Vergleich stellen mit den Lehren des heutigen Christentums, vor allem mit den Lehren, die du bisher als Priester der katholischen Kirche gepredigt hast. So erfülle ich einen von dir längst gehegten Wunsch. Damit ist dann auch jede andere, von der wahren Lehre Christi abweichende Lehre der übrigen christlichen Kirchen als irrig dargetan.

Erstens: Christus lehrte einen einpersönlichen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Er kennt keinen Gott in drei Personen, wie es die katholische Kirche und andere christliche Kirchen lehren. Nur der Vater ist Gott. Kein anderer ist ihm gleich, weder der Sohn, noch das, was ihr ‚Heiliger Geist‘ nennt. Nach seiner Auferstehung sagte Christus:

Johannes 20, 17: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.‘

Nach den Worten Christi steht der Vater über allem.

Johannes 10, 29: ‚Mein Vater, der die Schafe mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand vermag sie der Hand des Vaters zu entreißen.‘

Wenn der Vater größer als alles ist, dann gibt es nichts, was ihm gleichkommt. Dann ist er auch größer als der Sohn. Das bestätigt Christus mit den Worten:

Johannes 14, 28: ‚Der Vater ist größer als ich.‘

Auch nennt er den Vater den allein Guten. Wenn einer Jesus mit ‚guten Meister‘ anredete, pflegte er zu sagen:

Lukas 18, 19: ‚Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein.‘

Weil Gott über allem steht, darum kann er auch Macht geben, wem er will. Alle Macht hat er dem Sohne verliehen.

Johannes 17, 2: ‚Du hast dem Sohn die Macht über alles Fleisch verliehen, damit er allem, was du ihm gegeben hast, ewiges Leben verleihe.‘

Daß Christus nicht Gott ist, habe ich dir in ausführlicher Weise an Hand der Heiligen Schrift dargetan, als ich dich über sein Leben und sein Werk belehrte. Auch nach der Lehre der Apostel ist bloß der Vater Gott und nicht der Sohn. Denn Paulus schreibt:

1. Korinther 8, 4 – 6: ‚Wir wissen, daß es keinen anderen Gott gibt als den einen. Denn mag es auch sogenannte Götter, sei es im Himmel, sei es auf Erden, geben – es gibt ja viele solcher Götter und viele Herren – , so gibt es für uns Christen doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und für den wir geschaffen sind.‘

Ferner nennt Paulus den Vater ‚den Gott Christi‘.

Epheser 1, 17: ‚Der Gott unseres Herrn Jesus Christus wolle euch einen Geist der Weisheit geben.‘ –

Nach ihm wird die Erscheinung Jesu Christi herbeigeführt:

1. Timotheus 6, 15 – 16: ‚… durch den allein Gewaltigen, der allein Unsterblichkeit besitzt, der da wohnt in unzugänglichem Lichte.‘

Wenn der Vater allein Unsterblichkeit besitzt, dann besitzt sie der Sohn nicht. Wenn der Vater derallein Gewaltige ist, dann ist es nicht der Sohn. Dann besitzt der Sohn aus sich keine Allmacht. Also ist der Sohn nicht Gott, sondern er ist das, als was er sich selbst bezeichnet und als was ihn die Apostel einstimmig ausgeben – er ist der ‚Sohn Gottes‘, geringer als der Vater, ein Geschöpf des Vaters.

Die ganze Bibel, sowohl des Alten- als auch des Neuen Testamentes, kennt nur einen Gott in einer Person. Der Vater ist Gott und zwar der alleinige Gott. Keiner der Söhne, weder der Erstgeborene noch die anderen Söhne Gottes, sind Gott.

Weil ihr Christus zum Gott macht, habt ihr die unüberwindlichen Schwierigkeiten, die Persönlichkeit, das Leben, Leiden und Sterben Jesu zu verstehen. Es hindert euch, seine so klare Lehre über seine Stellung zum Vater als das zu nehmen, was sie in Wirklichkeit ist: Nämlich als die Stellung eines Geschöpfes Gottes, wenn auch des höchsten Geschöpfes, zu seinem Schöpfer.

Zu welch törichten Erfindungen müssen doch eure Theologen ihre Zuflucht nehmen, um die unleugbaren Tatsachen im Leben Jesu und seine eigenen Worte in Einklang zu bringen mit seiner angeblichen Gottheit. Sie konstruieren sich die Person Jesu in der Weise zusammen, daß sie sagen, in dem Menschen Christus seien zwei Geister gewesen: der göttliche Geist und ein menschlicher Geist. Daher habe Christus zweierlei Willen und zweierlei Wissen gehabt: einen göttlichen und einen menschlichen Willen, ein göttliches und ein menschliches Wissen. Trotzdem seien die beiden Geister nur eine Persönlichkeit. –

Das alles sind Wahngebilde!

Jeder Geist ist eine selbständige Persönlichkeit, und selbst Gott kann nicht zwei Geister zu einerPersönlichkeit verschmelzen, wie er auch nicht zwei Menschen zu einem Menschen verschmelzen kann. Er kann es nicht trotz seiner Allmacht, weil es in sich ein Widerspruch ist, daß zwei gleich eins sein soll.

Euer gesunder Menschenverstand muß euch sagen, daß Christus, wenn er Gott gewesen wäre, am Kreuze nicht hätte ausrufen können: ‚Mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ Gott kann sich doch nicht selbst verlassen.

Und wenn es in der Heiligen Schrift heißt, durch die Kraft des Vaters sei Christus von den Toten erweckt worden, weshalb war denn die Kraft des Vaters dazu nötig, wenn Christus selbst Gott war? Nach seinem irdischen Tode hatte er doch alles Menschliche abgelegt und war nur noch Gott, und als solcher dem Vater in allem gleich, wie ihr lehrt. Er hatte also dieselbe Kraft wie der Vater. Warum denn die Kraft von einem anderen benötigen, wenn man sie selbst besitzt?

Das sind doch unlösliche Widersprüche.

Wie könnt ihr es ferner erklären, daß Christus nicht ein einziges Mal sagt: ‚Ich bin Gott – dem Vater in allem gleich.‘ Er hat doch an zahllosen Stellen über sein Verhältnis zu Gott gesprochen, und er sollte nicht ein einziges Mal die Wahrheit gesagt haben, nämlich daß er selbst Gott sei. Aber er nennt sich bloß den ‚Sohn Gottes‘ und beteuert, daß er in allem vom Vater abhängig sei. Er erklärt feierlich: ‚Darin besteht das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.‘

Er ist nur der Gesandte Gottes – aber nicht Gott.

Paulus nennt ihn den ‚Erstling der Schöpfung‚.

Christus ist also von Gott geschaffen und somit ein Geschöpf Gottes und ebensowenig Gott, wie alle anderen Geschöpfe Gott sind.


Weiter bei: 10.4 Bibelfälschungen.