Megalomanie – Großmannssucht

Wir haben zwei Möglichkeiten, euch zu beobachten und zu studieren: Einmal fliegen wir mit unseren bemannten Raumschiffen um euren Stern, andererseits schicken wir unbemannte Flugobjekte in eure Atmosphäre, die mit hervorragenden Meß- und Beobachtungsinstrumenten ausgestattet sind. Durch jahrelange Beobachtung sind wir bestens.informiert.

Die Megalomanie ist viel schlimmer als ihr ahnt. Kein Philosoph oder Sozialforscher hat sich mit diesem wichtigen Problem befaßt. Dabei ist diese Krankheit so umfassend und weitverbreitet, daß sie wie ein Krebsgeschwür die Welt verseucht.

Es ist wicritig, etwas, näher darauf einzugehen, damit ihr eure Lage besser beurteilen könnt. Der Größenwahn ist so gefährlich, daß er ganze Völker vernichtet; ja, die ganze Welt in ein absolutes Chaos stürzen kann. Eine derartige Erscheinung wurde im zweiten Weltkrieg besonders deutlich. Aber der Größenwahn zeigt sich nicht nur bei einer gewissen Führungsschicht, sondern tritt fast bei jedem Menschen auf und hindert seine Entwicklung zum besseren Menschen. Der Größenwahn, auch in seiner kleinsten Form, verhindert die Aufgabe dieses Planeten und unterstützt den Widersacher GOTTES.

Sobald ein Erdenmensch, wenn auch nur in der kleinsten Weise, etwas an Bildung oder Kultur erreicht, oder nur etwas zu Geld kommt, so findet er sich nicht damit ab, indem er zufrieden ist. Dieser Fortschritt steigt ihm sofort zu Kopfe, so daß er nur Freude dabei empfindet, wenn er sich“ größenwahnsinnig gegenüber einem Minderbemittelten benimmt. Aus diesem Grunde verliert er seine Objektivität und so entsteht soforj eine böse Feindschaft mit allen seinen Mitmenschen.

Selbst seine Freunde bleiben nur seine Freunde, wenn sie diesen Größenwahn akzeptieren bzw. ihn als den Überlegenen anerkennen. Wenn nicht, so wird der Erdenmensch sofort aggressiv. Ein sogenannter Vorgesetzter zeigt demnach eine Megalomanie, die es bei uns nicht gibt, weil sie nicht zum Menschen gehören darf.

Was aber den einzelnen Menschen betrifft, zeigt sich auch in der Gruppe oder hinauf bis zur Regierung eines Volkes.

Klassenunterschiede gibt es nur, weil die Verhaltensweise des Menschen stets im Zusammenhang mit dem Größenwahn steht. Der Größenwahn ist mit der Unobjektivität völlig identisch, weil es eine psychische Krankheit ist, die bisher nicht berücksichtigt wurde, trotzdem sie in ihrer vollen Erscheinung eine katastrophale Entwicklungsstufe zeigt.

Die Rüstung, die Art und Vervollkommnung katastrophaler Waffen, sind durch die jahrtausendlange Megalomanie zustande gekommen. Die Anwendung dieser Waffen soll bestätigen, daß diese Megalomanie zu Recht besteht.

Alle Friedensbemühungen sind erfolglos, weil der allgemeine Größenwahn, zu dem sich die ganze Menschheit erzogen hat, einen Frieden nicht zuläßt. Ein Frieden bedeutet absoluter Verzicht auf eine Feindschaft irgendwelcher Art. Aber der Größenwahn ist eine Feindschaft, auf die der Erdenmensch nicht verzichten will.

Die Megalomanie gehört zur „Menschheitslehre“. Sie ist ein Wissen, das in jede Universität gehört. Alle Studentenunruhen hängen damit zusammen; denn die zweite Form besteht darin, sich gegen diesen Größenwahn zu wehren.

Ich weiß, daß ich nicht nur kritisieren darf. Den Fehlern sind auch die besseren Erfahrungen gegenüberzusetzen. Unsere Erfahrungen dienen als ein durchschnittlicher Maßstab. Auf unserem Heimatstern ist der Größenwahn so gut wie ausgerottet. Wer eine höhere Stellung einnimmt, wird dementsprechend geachtet – nicht beneidet oder gehaßt. Aber keiner von uns wird einen Untergebenen oder Minderbemittelten verächtlich behandeln. Er wird ihn stets als einen gleichberechtigten und gleichwertigen Mitmenschen bzw. als ein Glied in der Kette der universellen Menschheit betrachten.

Wer will mit Sicherheit beurteilen, ob in einem Müllbeseitiger nicht doch ein großer Philosoph steckt? Wer will beurteilen, ob sich ein Hochgelehrter nicht in einem entscheidenden Punkt völlig irrt?

Die Beurteilung des einzelnen Menschen steckt in den Kinderschuhen, schon allein deswegen, weil die Seele in ihrer Gesamtentwicklung völlig ausgeschaltet wird, oder weil sie als eine Hirnfunktion dargestellt wird. Der wichtigste Bestandteil einer Seele besteht in den Gedanken. Sie sind unsichtbar und trotzdem vorhanden.

Auf dieser Terra fehlt der große Weltenlehrer, der Führer aller Führer, der Weise unter den Weisen. Selbst das größte Genie kann nicht Vorbild sein, wenn dieses Genie mit solchen Fehlern behaftet ist, wie wir es bei der Megalomanie sehen.

Aufgrund dieser Erscheinung können auch die großen Religionen nicht zur Wahrheit kommen. Auch sie zeigen alle Tendenzen für eine Besserwisserei, für einen unobjektiven Eigensinn, für größenwahnsinnigen Kult und eine Gehässigkeit gegenüber anders eingestellten Mitmenschen.

Es fehlt der allgemeine Respekt vor der göttlichen Natur. Schlechte Beispiele werden nicht verfolgt, sondern befolgt.

Die Unobjektivität der Kirchen will ich euch nur an einem Beispiel beweisen: ‚Es handelt sich um keine Parabel, sondern um eine Tatsache, die erst kürzlich bekannt wurde: Ein Mörder und Gewaltverbrecher beichtete in Italien seinem Bischof sein Verbrechen. Der Bischof war aufgrund des Beichtgeheimnisses zum Schweigen verurteilt. Daraufhin wurde ein unschuldiger Mann verdächtigt und zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Der Bischof wußte davon, konnte aber nichts zu dessen Entlastung^beitragen. Der Mörder wurde erschossen. Der Unschuldige blieb im Kerker. Das sind Auswirkungen eines eurer kirchlichen Dogmen.

Hierzu unsere Kritik! Wenn die Kusche ein Beichtgeheimnis anwendet, so muß es sich .um eine sakrale Sache handeln, sonst hat das nichts mit der Kirche zu tun. Aber dieses Beichtgeheimnis ist ein Verbrechen an eineÄ Unschuldigen, also gottwidrig, denn GOTT ist die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Den Vorteil wollte nur der Verbrecher, der sich einbildete, durch die Beichte seine Sünde loszuwerden. Die Kirche aber unterstützte dieses unsinnige Verlangen. Für diese Unverschämtheit konnte ein Unschuldiger lebenslang büßen und die Kirche schweigt dazu!

Das sind Zustände, die wir schwer verurteilen. Wir dürfen nicht zurückdenken, denn die Macht der Kirche hat sich niemals von der Macht der weltlichen Regierungen unterschieden. Die meisten Glaubenssätze der Religionen sind undurchführbare und unlogische politische Richtlinien, mit denen sich kein Fortschritt erreichen läßt.

Ohne eine wissenschaftliche Ergänzung des Wissens über den Menschen mit seiner unsterblichen Seele wird es immer Erscheinungen auf dieser Terra geben, die zum Chaos führen.

 

Weiter bei: 5. Seiten