Text Quelle : vom Medium Peter Bernath persönlich zum Mitveröffentlichung autorisiert.

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 vierter Teil : 8.4 (1)

Belehrung aus den SPHÄREN DES LICHTS

 “ Was wir vortragen, ist Weisheit bei den Gereiften, doch nicht Weisheit dieser Welt… Wir tragen Gottes geheimnisvolle, verborgene Weisheit vor, die Gott vor aller Zeit zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat.“

(1. Korinther 2, 6 – 7)

Nach dem Abfall eines großen Teiles der Geisterwelt legte Gott den Plan fest, nach dem er die in die Tiefe gesunkenen unglücklichen Wesen retten und zu seinem Reiche wieder zurückführen wollte.

Sein Erbarmen galt zunächst den weniger Schuldigen. Das waren die unermeßlichen Scharen, die bei der erneuten Prüfung in der Sphäre des Paradieses die Sünde des endgültigen Abfalles begangen hatten. Erst wenn sie Rettung gefunden, sollten ihre Verführer – Luzifer und seine Miträdelsführer – zur Rückkehr ins Vaterhaus Gottes gelangen.

Gott ist gerecht.

Bei den Verführten lag die Sünde der Schwachheit vor, bei den Verführern die Sünde der Bosheit. Wie die Sünde wesentlich verschieden war, so auch die Strafe und der Weg der Rückkehr aus der Tiefe.

Der erste Schritt zur Rettung bestand darin, daß Gott Besserungssphären schuf und zwar stufenweise, nach euch unbegreiflichen Gesetzen, wie sie nur die Weisheit Gottes zu ersinnen vermag. Auf diese Stufen des Emporsteigens der gefallenen Geister aus der Tiefe der Finsternis hinauf zu Gott weist Paulus in seinem Brief an die Epheser hin, indem er von Entwicklungsstufen spricht, die Gott angeordnet habe, um seinen Ratschluß auszuführen, nach dem er alles wieder mit dem Sohne vereinigen wolle. An dieser Stelle gebraucht der Urtext das Bild von dem Bau eines Hauses mit seinen verschiedenen Stockwerken. Nimm dieses Bild geistig, dann wird dir die Lehre von den ‚Besserungssphären‘ der gefallenen Geister leichter verständlich sein.

Das, was ihr ‚Hölle‘ nennt, ist die tiefste Stufe, in welche alle gefallenen Geister kamen.

Aber auch die Hölle enthält eine Anzahl Besserungssphären durch die ein Geist durch Besserung seiner Gesinnung sich emporarbeiten kann, bis zur ersten der irdischen Sphären.

Diese beginnen mit der Stufe der niedrigsten Tiere und finden ihre Fortentwicklung in den Stufen der Steine, der Pflanzen, Kräuter, Blumen, der höheren Tiere und erlangen ihren Abschluß in der Stufe des höchsten Tieres, dem ihr den Namen ‚Mensch‘ gegeben habt.

Diese irdischen Stufen existieren nicht bloß auf eurer Erde, sondern auch auf anderen Weltkörpern. Es gibt also viele Parallelstufen zu denen eurer Erde.

Auch sind die irdischen Stufen nicht bloß in der materiellen Gestaltung vorhanden, wie ihr sie in dem Tierreich, Pflanzenreich und Mineralreich vor euch seht, sondern auch in einer entsprechendengeistigen Gestaltung, so daß es auch ein geistiges Tierreich, Pflanzenreich und Mineralreich der verschiedensten Gattungen und Arten der Lebewesen gibt, die in diesen Reichen in ähnliche Odleibergehüllt sind, wie ihr sie auf dieser Erde in materiellen Leibern erblickt.

In diese geistigen Parallelsphären der irdischen Stufen treten die nach dem irdischen Tode vom materiellen Körper getrennten Geister wieder ein und bleiben darin, bis sie in einer neuen irdischen Geburt wieder verkörpert werden.

Bessert sich der Geist nicht, so wird er in derselben Stufe so oft wiederverkörpert, bis er reif ist für die Verkörperung in einer höheren Stufe.

Jede einzelne der Besserungsstufen erforderte zu der darin vorgesehenen leiblichen Gestaltung der Geister ein besonderes Eingreifen Gottes. Es bestand darin, daß er die Odgestalten der Geisterpaare in der Form dieser Stufe verkörperte und ihnen die Fähigkeit verlieh, durch Zeugung den Leib dieser Stufe fortzupflanzen. Doch die Geister selbst werden nach feststehenden Gesetzen der Geisterwelt den gezeugten Körpern einverleibt.

Ihr Menschen könnt freilich das ‚Wie‘ all dieser Vorgänge nicht verstehen, wie ihr ja auch von dem ganzen Naturgeschehen, das euch umgibt und das ihr täglich mit eigenen Augen seht, in Wirklichkeit nichts begreift.

Eure Wissenschaft beschäftigt sich mit der Frage der Abstammung, besonders der Abstammung des Menschen vom Affen.

Eine körperliche Abstammung einer höheren Stufe von einer niederen besteht nicht. Pflanzen erzeugen keine Tiere, und niedere Tiere keine höheren. Jede Art der Lebewesen erzeugt ihre eigene Art. Aber in jeder Art gibt es viele Rassen. Die Glieder der verschiedensten Rassen ein und derselben Art sind untereinander zeugungsfähig.

Der Mensch gehört zu der Art der Affen. Er bildet die höchste Rasse dieser Art. Man kann daher mit Recht sagen, daß der Affe der niedrigste Mensch, und der Mensch der edelste Affe ist. Der Mensch ist also das höchste Tier der Erde. Aber er stammt körperlich nicht vom Affen ab, wiewohl der Affe in der irdischen Entwicklung ihm am nächsten steht.

Der Geist des Menschen war, bevor er zum erstenmal in einem menschlichen Leib verkörpert wurde, in einem Tierleibe. Es ist daher derselbe Geist, der durch die verschiedenen Naturstufen in stets vollkommenerer Gestaltung emporsteigt.

Die Naturstufen selbst erfahren in ihrem materiellen Sein keine Veränderung. Sie sind heute, wie sie vor Tausenden von Jahren waren. Nur sind im Laufe der Zeiten manche Arten der einzelnen Stufenausgestorben, weil keine Geister mehr darin verkörpert wurden. Gott schuf dafür andere, höhere Arten, in denen diejenigen Geister verkörpert werden, für welche die ausgestorbenen Arten früher bestimmt gewesen. Die ausgestorbenen Arten waren Zwischenstationen in der Aufwärtsentwicklung. Als sie wegfielen und an ihre Stelle höhere Arten traten, mußten die betreffenden Geister länger warten, bis sie in die höheren Arten einrückten, die anstelle der ausgestorbenen getreten waren.

So findet ihr heute noch körperliche Überreste ausgestorbener Arten der Pflanzen- und Tierwelt der früheren Zeitperioden.

Ein Zurücksinken eines Geistes aus einer höheren Besserungsstufe in eine tiefere gibt es nicht. Wohl ein Stillstehen in derselben Stufe.

Wie ich dir bereits gesagt, muß ein Geistwesen, das bei seinem irdischen Tode in der betreffenden Stufe seiner Verkörperung nicht weitergekommen ist, so oft in derselben Stufe wiederverkörpert werden, bis es für die nächst höhere Stufe reif ist. Das gilt auch vom Menschen. Hat sich sein Geist im irdischen Leben auf dem Wege zu Gott nicht vervollkommnet, so wird er wieder Mensch.

Jedes Leben ist ein Examen. Wer durchfällt, muß es so oft machen, bis er es besteht.

Das sind göttliche Gesetze, die für die ganze Schöpfung gleichmäßig Geltung haben.

Bei Gott gibt es keine Willkür!

Wenn ich dir sagte, daß es ein Zurücksinken eines Geistes in eine tiefere Stufe nicht gibt, so hat das darin seinen Grund, daß ein Geist, der in einem Punkt schlechter wird als er vorher war, dafür in einem anderen Punkt sich bessert, und so ein Ausgleich geschaffen wird. Auch hierin waltet ein göttliches Gesetz.

Von der Größe der Zeiträume, die vom Augenblick des Geisterfalles bis zu dem Tage verflossen sind, an dem der erste gefallene Geist reif war, als Mensch verkörpert zu werden, könnt ihr euch keine Vorstellung machen.

2. Petrus 3, 8:  ‚Bei Gott sind tausend Jahre wie ein Tag.‘

Von allen diesen Wahrheiten weiß das heutige Christentum nichts. Sie wiederstreben auch deinembisherigen Denken. Aber sollte ich dir deswegen die Wahrheit vorenthalten, weil sie dir unglaublich erscheint und deine Mitmenschen darüber lachen werden? Du hast ja Gelegenheit, bei den Geisterkundgebungen in den verschiedensten spiritualistischen Gottesdiensten nach diesen Wahrheiten zu fragen, und du wirst sehen, daß sie dir überall bestätigt werden. Leider sind die wichtigen Lehren, die ich dir soeben vorgetragen habe, auch aus dem biblischen Schöpfungsberichtbeseitigt worden. Er enthält fast nichts mehr davon.

Der biblische Schöpfungsbericht weiß nichts von der Geisterschöpfung Gottes,

nichts von dem Kampf der Geister und ihrem Abfall,

nichts von den Besserungssphären und der Gestaltung der Odleiber der Gefallenen in den einzelnen Stufen,

nichts von der Verkörperung der Odleiber zur irdischen Materie.

Wo eure Bibel von der irdischen Schöpfung erzählt, stellt sie es so dar, als ob diese eine neue und vollkommen selbständige Schöpfung sei, die mit der Geisterschöpfung und dem Abfall eines Teiles der Geisterwelt in keinerlei Verbindung stehe.

Die Urbibel enthielt alle diese Wahrheiten!

Bei der späteren Gestaltung der Heiligen Schrift war die Macht des Bösen am Werk, die Zusammenhänge in dem Erlösungsplan Gottes der menschlichen Kenntnis zu entziehen. Der Menschheit sollte die tröstliche Wahrheit vorenthalten werden, daß alles wieder zu Gott kommt.

1 Tim. 2, 3: ‚Denn Gott will, daß alle gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen‘.

Alles wieder zu Gott zu führen, ist auch der Zweck der materiellen Schöpfung!

Den Herrschermächten der Finsternis war freilich viel mehr gedient mit den Lehren der Hoffnungslosigkeit und Verzagtheit, mit der Lehre von einer ‚ewigen Hölle‘, über die ja einer eurer Dichter die furchtbaren Worte geschrieben hat; ‚Ihr, die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren!‘

Diese Worte klangen den Herrschern der Hölle viel angenehmer als die Lehre von dem erbarmenden Gott, der zwar in seiner Gerechtigkeit zürnt und straft, aber nicht ewig am Zürnen und Strafen bleibt, sondern allen seinen Kindern wieder verzeiht und sie heimruft. Mit dem bloß zur Einflößung von Furcht dienenden Schreckmittel der ‚ewigen Höllenstrafen‘ hat man den wahren Gottesbegriff geschändet. Man hat damit auch die Ausführung des Rettungsplanes jenes Gottes erschwert, der den sünden- und leidbeladenen Menschen das Wort der allerbarmenden Liebe hat zurufen lassen:

Jesaja 49, 15:        ‚Wenn auch eine Mutter ihres Kindes vergessen könnte, so werde ich doch deiner nie vergessen.‘

Manchen Abschnitten eurer Bibel ist es ergangen, wie den Gemälden der alten Meister, die auf den Wänden eurer alten Kirchen angebracht waren. Später kamen die sogenannten ‚Kirchenmaler‘ und haben ihre alltäglichen Figuren darüber gestrichen. Und wenn ihr heute die später aufgetragene Tünche vorsichtig von diesen Wänden abwaschet, dann kommt das alte Gemälde wieder zum Vorschein, und ihr steht bewundernd vor dem Kunstwerk der großen Meister.

So ist auch das Bild der Wahrheit, das die ursprüngliche Bibel enthielt, später entstellt worden.

Irrende Menschen schoben die biblischen Berichte zurecht. Was sie nicht verstanden, ließen sie weg oder versahen es mit falschen Erklärungen. Die nach ihnen kamen, ‚verbesserten‘ von neuem daran, machten Zusätze, nahmen Streichungen vor.

So wurde nicht bloß die Wahrheit verdrängt, sondern es schlichen sich manche Dinge in die Bibel ein, die geeignet sind, das Wort Gottes lächerlich zu machen.

Ein menschlicher Dichter hat das Wort geprägt: ‚Bücher haben ihre Schicksale.‘

Ja, leider auch die Bibel hat ihre Schicksale gehabt. Es ist vieles daraus verschwunden, was hineingehört, und manches hineingesetzt worden, was nicht darin sein dürfte, weil es der Wahrheit widerspricht.

Wenn einige ‚Kirchen‘ diese Tatsache nicht zugeben wollen, sondern die euch vorliegende Bibel als ‚unverfälscht‘ ansehen, so nützen sie damit der Sache Gottes nicht. Sie fügen ihr nur Schaden zu. Denn auch der weniger Gebildete muß beim aufmerksamen Lesen der heiligen Schriften, vor allem des Schöpfungsberichtes, zu der Erkenntnis kommen, daß so manches darin Mitgeteilte nicht richtigsein kann.

Über die im Alten Testament vorgekommenen Fälschungen beklagt sich Gott durch den Propheten Jeremia:

Jeremia 8, 8: ‚Wie könnt ihr sagen: Wir sind weise, wir sind im Besitze des göttlichen Gesetzes? Jawohl, – zur Lüge hat es der Fälschergriffel der Abschreiber verdreht. Beschämt müssen daher die Weisen dastehen und bestürzt sein, denn sie haben sich selbst gefangen. Sie haben das Wort des Herrn weggeworfen. Welcherlei Weisheit besitzen sie da noch?‘

An anderen Stellen der heiligen Schriften hat die Wahrheit dadurch Schaden gelitten, daß eure Übersetzer Wörter und Ausdrücke des Urtextes so falsch wiedergegeben haben, daß der richtige Sinn nicht mehr zu erkennen ist.

In dem Gesagten findest du den Grund für die große Verwirrung und Entstellung der Wahrheit, die in dem biblischen Schöpfungsbericht enthalten ist, wie er heute vorliegt. Nur aus ganz vereinzelten Angaben dringt noch ein schwacher Schimmer der Wahrheit durch. So sind darin zwar einige Entwicklungsperioden der materiellen Schöpfung angedeutet. Sie stimmen jedoch weder in der Zahl, noch in der Reihenfolge mit der Wirklichkeit überein.

Dasselbe gilt von der Erschaffung der ersten Menschen.

Hier ist die Erschaffung der Geister mit der Verkörperung der ersten Geister im materiellen Menschenleib durcheinander geworfen. Im ersten Kapitel der Bibel wird mitgeteilt, daß Gott die Menschen als seine letzte Schöpfung ins Dasein rief. Erde, Pflanzen und Tiere waren schon da. Dann heißt es:

1. Mose 1, 27: ‚Nun schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib erschuf er sie. Gott segnete sie dann und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch!‘

Richtig ist, daß Gott die beiden Geister, die als erste zu Menschen verkörpert wurden und den Namen ‚Adam und Eva‘ führten, einst vor ihrem Abfalle nach seinem Bild geschaffen hatte. Richtig ist, daß er sie als männlichen und weiblichen Geist ins Dasein gerufen und ihnen den Segen zur Fortpflanzung gegeben hatte. Aber das war nicht nach der Erschaffung der Erde, Pflanzen und Tiere geschehen, sondern bezieht sich auf ihre Schöpfung als Geister. Wenn Gott etwas nach seinem Bilde schafft, dann kann es nur Geist sein. Denn Gott ist Geist und nur Geist, also nicht Materie. Und was er nach seinem Bilde schafft, ist ebenfalls nur Geist und nicht teils Geist und teils Materie, wie die irdischen Menschen.

In den weiteren Einzelheiten des biblischen Berichtes über die Erschaffung der Menschen finden sich noch größere Widersprüche. Denn einige Zeilen weiter wird gesagt, daß Gott den Menschen gebildet und zwar bloß einen männlichen Menschen, und das zu einer Zeit, als sonst noch nichts Lebendes auf der Erde war, während nach dem ersten Bericht der Mensch nach allen anderen Lebewesen erschaffen sein soll. Nach dem zweiten Bericht soll also Gott den Menschen auf die kahle Erde verpflanzt haben. Erst danach soll Gott einen Garten in Eden geschaffen haben, in den er den Menschen brachte. Und dann erst sollen in diesem ‚Paradiese‘, wie ihr den Garten nennt, allerlei Bäume mit wohlschmeckenden Früchten hervorgewachsen sein. Dem Menschen soll er den Auftrag erteilt haben, diesen Garten zu bebauen und zu behüten. Man kann sich gar nicht denken, vor wem der Mensch den Garten zu hüten hatte. Es war ja nach demselben Bericht sonst nichts auf der Erde. –

So viele Sätze, so viele Widersprüche! –

Stelle nun diesem unverständlichen Bild das dir übermittelte Wahrheitsbild gegenüber! Da siehst du das Paradies als jene geistige Sphäre, in die Gott nach der Geisterrevolution die weniger schuldigen Mitläufer zur Strafe und erneuten Prüfung verwies. Hier stand der geistige Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Es war nichts anderes als das Gebot Gottes, das er ihnen zur Prüfung für diese Sphäre gegeben hatte, und dessen Tragweite sie nicht erkannten. An der Beachtung oder Nichtbeachtung dieses Gebotes oder Verbotes sollte es sich zeigen, ob die Geister der Paradiesessphäre gewillt waren, wieder auf die Seite Gottes zu treten oder sich Luzifer endgültig anzuschließen. Bestanden sie diese Prüfung durch Gehorsam gegenüber Gott, so wurde das Gebot für sie zum Baume des Lebens in der Herrlichkeit Gottes. Übertraten sie jedoch das Verbot, so wurde es zum Baume des Todes. Dann wurden sie auch aus diesem Paradies hinab in die Sphären Luzifers geschleudert. Das war dann der Tag der vollständigen Trennung von Gott. Es war der Tag, an dem sie des geistigen ‚Todes‘ starben.


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